Die Macht des Gebets in der Wissenschaft

András Csókay aus Ungarn ist ein weltbekannter Neurochirurg, der nicht nur durch die Trennung eines siamesischen Zwillingspaares aus Bangladesch, die am Kopf miteinander verbunden waren, berühmt wurde, sondern auch für seine innovativen Methoden in der Neurochirurgie. Er teilt mit unseren Lesern ein beeindruckendes Zeugnis der Zusammengehörigkeit von Wissenschaft und Glauben in seinem Leben.

Gebet, Wissenschaft und Kunst – das sind unterschiedliche Bereiche, die sich dennoch gegenseitig ergänzen. Ich möchte berichten, wie mir das Rosenkranzgebet bei neurochirurgischen Entdeckungen geholfen hat und wie die schönen Künste, insbesondere Malerei und Grafik, zur Akzeptanz dieser Innovationen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft beigetragen haben.

„Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“ (Joh 8,11).

Albert Einstein sagte: „Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind“. Mit 42 Jahren war ich selbst ein lahmer, ausgebrannter Arzt, der seinen Glauben aus der Kindheit verloren hatte. Alles änderte sich am 12. Dezember 1998: Ich ging die Thököly-Straße entlang in Richtung der Dominikanerkirche (Budapest). Ich dachte über viele Dinge nach, unter anderem darüber, wie wunderbar es wäre, einen Weg zu finden, um endlich mein Leben zu ändern. Einige Zeit zuvor hatte ich begonnen, wieder in die Kirche zu gehen und zu beten, um die Kraft zu haben, mein sündiges, unmoralisches Leben zu beenden, das meine Familie ruinierte und mir die richtige Ausübung meines Berufs als Neurochirurg erschwerte. Mir war bewusst, dass ich mindestens 10 Jahre meines Lebens vergeudet hatte und dass ich den Tiefpunkt erreicht hatte.

In der Dominikanerkirche befindet sich ein riesiges Kreuz, das in den 1930er Jahren von Tiroler Bildhauern angefertigt und ursprünglich, anlässlich des Eucharistischen Weltkongresses, auf dem Heldenplatz in Budapest aufgestellt wurde. An diesem Tag kniete ich vor dem Kreuz nieder und begann zu beten. Ich schaute es an, als ich plötzlich vor Ehrfurcht den Atem anhielt: Ich sah Jesus Christus – er schwitzte, atmete schwer und starrte mich an!

Auf dem Heimweg beruhigte ich mich ein wenig. Ich versuchte, mich an jeden Moment zu erinnern, den ich vor dem Kreuz verbracht hatte, konnte aber immer noch nicht glauben, was geschehen war! Das Einzige, woran ich denken konnte, war, dass ich mir das alles nur eingebildet haben musste. Zu denken, dass die Statue Jesu zum Leben erwachen würde, schwitzen und atmen würde wie ein Mensch – das ist doch Unsinn! Beim abendlichen Lesen stieß ich auf den Satz, dass das Ziel des menschlichen Lebens darin besteht, den Weg nach Damaskus zu erleben, auf dem Jesus dem Apostel Paulus erschien. „Großer Gott! Ist das nicht genau das, was ich heute erlebt habe?“ – dachte ich.

Am nächsten Tag ging ich beim Sonnenaufgang wieder in die Dominikanerkirche und betete dort auf den Knien vor dem Kreuz. Jesus drehte langsam seinen Kopf zu mir und nickte mir zu, als ob er sagen wollte: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr“ (Joh 8,11). Ich fühlte, dass ich in diesem Moment geistlich neu geboren wurde. Kurz nach diesem außergewöhnlichen Erlebnis änderte sich alles. Mit Gottes Hilfe begann ich ohne Angst zu leben. Aber um dies zu erreichen, musste ich mich zuerst nicht nur bei meiner Frau, sondern auch bei meinen Kindern entschuldigen und jeden Tag mein Bestes tun, um ihnen die schlechten Dinge, die ich ihnen zuvor angetan hatte, wiedergutzumachen. Reue und Vergebung bewirkten Wunder. Unsere Ehe kam wieder in Schwung, obwohl ich dachte, sie sei schon nicht mehr zu retten. 1999 und 2004 wurden meine Frau und ich zum vierten und fünften Mal Eltern. Eine weitere Frucht der Bekehrung war, dass ich aufhörte zu fluchen und begann regelmäßig zu beten.

Der dramatische Kampf um das Leben

Vor meiner Bekehrung, an einem regnerischen Tag im Oktober 1998, hatte ich Dienst im Nationalen Institut für Traumatologie in Budapest. Am späten Nachmittag wurde ein 12-jähriges Mädchen mit schweren Kopfverletzungen eingeliefert, die von einem Unfall mit einem Lastwagen verursacht worden waren. Die junge Patientin war bewusstlos und hatte ungleiche Pupillen. Die Computertomographie zeigte keine schwerwiegenden Blutungen im Schädelinneren, aber eine traumatische Hirnschwellung. Da der Hirndruck aufgrund der Schwellung zunimmt, kommt es nach einiger Zeit zum Einklemmen des Hirnstamms, Atemstillstand und Kreislaufstillstand, und der Patient stirbt.

Um 1900 beschrieb der Amerikaner Harvey Cushing, einer der Begründer der Neurochirurgie, als erster die Dekompressionskraniektomie [ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Teil des Schädels entfernt wird, um mehr Platz für das geschwollene Gehirn zu schaffen – Anm. d. Red.] als chirurgische Methode zur Senkung des Hirndrucks. Vor allem junge, enthusiastische Neurochirurgen wie ich, versuchten ihr Glück mit dieser Methode, aber wir mussten bald feststellen, dass dieser spektakuläre und heroische chirurgische Eingriff nicht wirksam war. Tatsächlich lag die Sterblichkeitsrate bei den schwersten Kopfverletzungen weiterhin bei 80 %. An diesem regnerischen Oktobertag musste ich den verzweifelten Eltern des schwer verletzten Mädchens traurig mitteilen, dass wir den Hirndruck nicht senken konnten und ihr Kind bald sterben würde. Dehydrierung und konservative Behandlung sind bei solch einer massiven Hirnschwellung nicht ausreichend. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Wissenschaftler beobachtet haben, dass eine der Hauptursachen für das Scheitern der Operation darin besteht, dass nach der Durotomie [Schnitt in die harte Hirnhaut – Anm. d. Red.] die kortikalen Venen und Arterien des hervorstehenden Gehirns durch den Rand der Hirnhaut komprimiert werden. Nach einem kurzfristigen Druckabfall nach der Durotomie beginnt das Gehirn aufgrund des Verlustes des venösen Kreislaufs noch stärker zu schwellen.

Obwohl die Situation aussichtslos erschien, trafen wir Vorkehrungen, um einen Monitor zur Messung des Innenschädeldrucks einzuführen. Die Pupillen des Mädchens waren beide geweitet und reagierten nicht auf Licht. Mein junger Anästhesiekollege László Vimláti griff im Kampf um das Leben unserer Patientin auf verschiedene konservative Methoden zur Senkung des Hirndrucks zurück und bat mich, eine Dekompressionskraniektomie durchzuführen. Ich sagte ihm, dass dies sinnlos sei, und verwies auf internationale Ergebnisse sowie auf meine eigenen Erfahrungen. Er drängte jedoch darauf, so dass ich schließlich, entgegen meiner eigenen Überzeugung, zustimmte, die Operation durchzuführen.

Der Hirndruckmonitor zeigte 50 mm Hg, als ich handgroße Knochenteile auf beiden Seiten entfernte und die harte Hirnhaut öffnete. Sofort rief ich: „Siehst du? Das alles ist sinnlos. Das Gehirn wölbt sich hervor und die Venen werden komprimiert. Alles umsonst.“ Verzweifelt legte ich Stücke von Hämostase-Schwämmen, die zur Verringerung von Blutungen verwendet werden, entlang beider Seiten der Hauptvenen. Mit diesen Stützen schuf ich eine Art Tunnel für die Venen, um sie vor der Kompression durch die scharfen Ränder der Hirnhaut und der Knochen zu schützen. Zu unserer großen Überraschung erwachte die Patientin drei Wochen später aus dem Koma und wurde nach einer schnellen Genesungsphase aus dem Krankenhaus entlassen. Ich führte unseren Erfolg auf Glück zurück. „Die Hirnschwellung musste genau dann aufhört haben, als ich den Schädel öffnete – eine Ausnahme, die die Regel bestätigt“ – sagte ich zu mir selbst.

Wissenschaftliche Entdeckung während des Rosenkranzgebetes

Als ich 1998, kurz vor Weihnachten, vor dem Kreuz in der Dominikanerkirche den Rosenkranz betete, erinnerte ich mich an die Operation an jenem regnerischen Oktobernachmittag und an die kleinen Stützen, die ich damals entlang der Venen der Patientin platziert hatte. Könnte dieser Eingriff das Leben des Mädchens gerettet haben? Es erschien mir logisch. Ich wartete auf weitere ähnliche Situationen, um diese Hypothese zu verifizieren.

Die ersten 20 Fälle traten sehr schnell auf. Kein Wunder, da ich fast ständig Dienst in fünf verschiedenen Krankenhäusern in Budapest hatte. Bereits im Herbst 1999 konnte ich auf der ICRAN-Konferenz (International Conference on Recent Advances in Neurotraumatology) in Taiwan sehr positive Ergebnisse präsentieren: Die Sterblichkeitsrate wurde halbiert und die Überlebensrate in gutem klinischen Zustand vervierfacht. Mein Vortrag stieß auf großes Interesse.

Leider ist es etwas anderes, auf einer Konferenz zu sprechen, als einen Artikel zu veröffentlichen, insbesondere wenn es sich um ein neues medizinisches Verfahren handelt. Für jemanden aus Osteuropa ist die Veröffentlichung in einer renommierten internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift ohne die Hilfe eines Mentors aus dem Ausland praktisch unmöglich. Ich schickte meine Artikel an verschiedene Zeitschriften, aber sie wurden immer abgelehnt. „Ja, das Konzept scheint gut zu sein, aber das Englisch, in dem es beschrieben ist, ist schlecht. Außerdem beschreibt die Prozedur nur Fallstudien und basiert nicht auf einer prospektiven, randomisierten Studie [eine Methode zur Überprüfung von Hypothesen, bei der Personen zufällig zwischen der Untersuchungsgruppe und der Kontrollgruppe aufgeteilt werden – Anm. d. Red.].“ Aber wie kann man in einem Notfall, der das Leben rettet, randomisieren? Sollte ich eine Gruppe von Patienten retten und eine andere nicht, nur um die Forschungsergebnisse zu bestätigen? Das wäre unethisch. Auch die Konikotomie [eine invasive Technik zur schnellen und vorübergehenden Freigabe der Atemwege durch einen Schnitt in das cricothyroidale Band – Anm. d. Red.] wurde nicht randomisiert, als ihr lebensrettendes Potenzial erkannt wurde. Ich konnte jedoch nichts daran ändern. Ich war enttäuscht und bedauerte die Menschen mit schweren Kopfverletzungen und auch mich selbst, dass alle meine Bemühungen umsonst gewesen waren.

Im Frühjahr 2000 lernte ich den wunderbaren Maler Balázs Sándor Muhari-Papp kennen. Während eines Gesprächs kamen wir auf die Idee, meine Methode mithilfe von Zeichnungen zu illustrieren. Ich stellte meine Lösungen vor, und der Künstler versuchte zunächst Skizzen zu erstellen, die er dann in detaillierte Zeichnungen umwandelte. Wir hatten einen festen Arbeitsrhythmus. Wir arbeiteten an den Zeichnungen, gingen dann zur Messe, beteten, gingen nach Hause und arbeiteten weiter, oft bis spät in die Nacht. Als wir fertig waren, schickte ich den illustrierten Artikel an führende neurochirurgische Fachzeitschriften in den USA und Europa. Er wurde mit Begeisterung aufgenommen. Er wurde sofort veröffentlicht.

So wurden die Ergebnisse von Operationen, die aus verschiedenen Gründen zur Hirnschwellung führten, wie Verletzungen, Tumore, Blutungen, Schlaganfälle und Entzündungen, bekannt gemacht. Sie hatten nur eines gemeinsam – Zeichnungen zur Veranschaulichung der Methode. Das Verfahren wurde 2001 auf dem EMN-Kongress (Euroacademia Multidisciplinaria Neurotraumatologica) und 2002 auf dem ICRAN-Kongress in Bali ausgezeichnet. In Ungarn erhielt die Methode den angesehenen Prima-Primissima-Preis in der Kategorie Wissenschaft. Auch im Ausland wurden wir von vielen Menschen geschätzt. Die neue Methode wird inzwischen an vielen Orten angewendet. Die Dekompressionskraniektomie ist in die Kategorie der empfohlenen chirurgischen Eingriffe für Kinder aufgenommen worden, aber leider noch nicht für Erwachsene.

Ich bin überzeugt, dass der Erfolg darauf zurückzuführen ist, dass dank der Erfindung des Gefäßtunnels die Aufmerksamkeit der Neurochirurgen auf ein bestehendes Problem gelenkt und gleichzeitig eine Lösung angeboten wurde. All dies wäre nicht möglich gewesen ohne den Rosenkranz und die Heilige Jungfrau Maria, die mir geholfen hat, die Antwort darauf zu finden, warum die Operation erfolgreich war. Diese Tatsache beweist die Macht des Gebets in Wissenschaft und Kunst, dank derer wir eine gemeinsame Sprache gefunden haben, durch die die Ergebnisse der Forschung im Ausland akzeptiert wurden. Ich habe den Stützen den Namen ‚Bethlehemskissen‘ gegeben, weil mir die Idee kam, als ich den Rosenkranz betete und an die Geburt des Herrn in Bethlehem dachte.

Eine weitere Herausforderung für den Neurochirurgen

Einer der denkwürdigsten medizinischen Fälle betraf ein 13-jähriges Mädchen, das sich bei einem Unfall stark am Kopf verletzte. Ihre Hirnventrikel [Hohlräume im Gehirn- Anm.d.Red.] waren sehr eng, aber Gott sei Dank konnten wir einen Druckmesser anbringen und den Hirndruck überwachen. Als ich das Krankenhaus nach meinem Bereitschaftsdienst verließ, war die Situation unter Kontrolle. Ein Hirnödem trifft Kinder jedoch wie ein Tornado, und es war nicht absehbar, ob dies auch bei diesem Mädchen passieren würde. Als ich nach Hause kam, stürzten sich die Kinder auf mich und wir begannen zu spielen, so dass ich die junge Patientin vergaß. Am Abend rief ich jedoch im Krankenhaus an und man versicherte mir, dass ihr Hirndruck unter 20 mm Hg liege. „Vielleicht wird sie überleben“, dachte ich.

Am nächsten Tag hatte ich außerhalb des Krankenhauses Dienst, blieb aber in telefonischem Kontakt mit den Kollegen vor Ort. Die von ihnen gemeldeten Druckwerte lagen zwischen 16 und 22 mm Hg. Das Mädchen war immer noch bewusstlos und wurde im Koma gehalten. Um 23 Uhr wurde ich angerufen und mir wurde mitgeteilt, dass ihr Hirndruck auf 28 mm Hg angestiegen war. Diese Nachricht beunruhigte mich sehr. Zwei Stunden später lag er bei 32, dann sogar bei 35 mm Hg. Ich bat meine Kollegen, sich auf eine Operation vorzubereiten. Sie antworteten, dass alle Operationssäle von Unfallopfern belegt seien. „Wenn der Hirndruck für eine weitere Stunde über 30 mm Hg bleibt, muss sie operiert werden“, drängte ich.

Während des gesamten Gesprächs verfluchte ich meine missliche Lage: Ich saß untätig im Bereitschaftsdienst und war nicht in der Lage, sofort ins Krankenhaus zu eilen, während das Gehirn des Mädchens jeden Moment so schnell, unerwartet und unbarmherzig anschwellen konnte wie ein Tornado, der alles auf seinem Weg Liegende zerstört. Den Rest der Nacht stand ich in telefonischem Kontakt mit meinen Kollegen. Der nächste Druck, den sie mir gaben, war 30 mm Hg, aber die Operationssäle waren immer noch belegt. „Das ist ein Grenzfall!“ – dachte ich und betete für die junge Patientin. Mit großer Erleichterung hörte ich, dass die nächsten beiden Druckwerte in ihrem Schädel 28 mm Hg betrugen. Um fünf Uhr morgens stieg der Druck jedoch auf 35 mm Hg, und zwei Stunden später lag er bereits bei 40 mm Hg.

Nachdem ich meinen Dienst beendet hatte, eilte ich schnell ins Krankenhaus und rannte direkt in den Operationssaal. Das Kind war bereits dorthin gebracht worden. Ich führte sofort eine Kraniektomie durch und legte die Tunnel an. Die Stützen waren stark genug, aber das Gehirn schwoll immer noch langsam an, so dass es schwierig war, die Kopfhaut zu schließen. Als wir das Mädchen vom Operationstisch nahmen, lag ihr Hirndruck bei 28 mm Hg. Ich hatte das Gefühl, dass sie immer noch in Gefahr war: Der Tornado war im Begriff, erneut anzugreifen. Und leider irrte ich mich nicht…

Am späten Nachmittag stabilisierte sich der Hirndruck der Patientin auf etwa 40 mm Hg. In einem solchen Fall können die Einklemmung und der Hirntod jederzeit eintreten. Ich versuchte, die Eltern darauf vorzubereiten. Das ist ein schwieriger Moment für einen Arzt. Noch schwerer ist es, den Tod eines Kindes zu übermitteln. Natürlich ist es unsere Pflicht als Ärzte und Krankenschwestern, die Angehörigen zu trösten, aber ich denke, es ist besser, nichts zu sagen. Stattdessen sollten wir sie einfach schweigend umarmen. Wenn sie unseren Schock sehen und unser Mitgefühl spüren, können wir vielleicht ihren Schmerz etwas lindern. Wann immer ich in einer solchen Situation bin, bete ich vorher: „Christus, bitte hilf mir jetzt, nimm diese Last von mir, denn ich kann das nicht bewältigen, und hilf diesen Menschen, denn ihr Kind ist bereits bei Dir.“ Wenn ein Elternteil, der sein Kind verloren hat, glauben kann, dass sein Sohn oder seine Tochter an einem guten Ort ist, wird seine Trauer erträglicher.

Während ich so am Bett des Mädchens saß und für sie betete, weiteten sich plötzlich ihre Pupillen, ein deutliches Zeichen für einen Schlaganfall. Der Druckmonitor zeigte 50-55 mm Hg an. In diesem Moment erhielt ich eine Eingebung: „Dehne die Kopfhaut noch weiter aus und lasse sie, wenn nötig, offen. So gewinnst du mehr Platz!“. Ich handelte ohne zu zögern und öffnete die Naht. Der Druck sank wieder unter 30 mm Hg, die Pupillen des Kindes verengten sich, die vegetativen Parameter begannen sich zu normalisieren – das Mädchen war am Leben! Es war ein echter Kampf um jeden Kubikmillimeter!

Wir hatten gewonnen! Die Patientin erholte sich langsam – acht Monate nach der Operation begann sie wieder zu sprechen und ihr Verstand funktionierte einwandfrei. Das schwere Trauma, das sie erlitten hatte, beeinträchtigte lange Zeit ihre Bewegungsweise, außerdem war sie emotional weniger stabil als früher, aber im Laufe der Jahre gelang es ihr, zu ihrer Altersgruppe aufholen. Sie schloss ihr Studium erfolgreich ab. Kürzlich feierte sie ihren Geburtstag und schickte mir eine Grußkarte mit folgender Botschaft: „Was könnte ich Onkel András schreiben, außer dass ich der lebende Beweis für die Bedeutung seiner Arbeit bin?“ Kann ein Arzt ein größeres Glück erleben, als einen solchen Brief zu erhalten?

Gebet und Vernunft als Grundlage des kreativen Denkens

So wurden mit Gottes Hilfe die Techniken „offene Kopfhaut“ und „Kopfhautdehnung“ geboren. Diese Methoden, die wir seither oft angewendet haben, haben unsere Ergebnisse bei der Rettung von Patienten weiter verbessert. Balázs und ich machten uns erneut an die Arbeit und erstellten einige Zeichnungen zur Veranschaulichung der Dehnungstechnik der Kopfhaut. Die Zeichnungen halfen, das Verständnis und die Akzeptanz dieser Methode sowohl im In- als auch im Ausland zu verbessern. Wir erarbeiteten auch eine Reihe von Artikeln und Vorträgen zu diesem Thema.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gebet und Reflexion wissenschaftliche Ideen hervorgebracht haben, die Fortschritte in der akuten chirurgischen Behandlung von Patienten mit schweren Kopfverletzungen ermöglichten. Ich bin überzeugt, dass der Glaube an Gott uns hilft, schwierige Zeiten zu überstehen und dass Gott unseren Verstand erleuchtet, so wie Licht Glas erleuchtet. Wissenschaft steht in keiner Weise im Widerspruch zum Glauben – tatsächlich stärken sie sich gegenseitig bei der Suche nach der Wahrheit.

Die neurochirurgische Methode, die während des Rosenkranzgebets geboren wurde, hat viele internationale Preise auf Kongressen gewonnen und über 230 internationale wissenschaftliche Zitationen erhalten. Es wurden viele wissenschaftliche Artikel und eine Doktorarbeit darüber veröffentlicht. Die Methode wird weltweit angewendet und verkündet die Herrlichkeit Jesu auch in der Wissenschaft.