Die Dienerin Gottes Rozalia Celakówna, deren Seligsprechungsprozess 1996 begann, wurde am 19. September 1901 in dem Dorf Jachówka geboren. Sie war das älteste von acht Kindern von Joanna und Tomasz Celaków.
„Ich will für immer Deine sein“
Rozalias Eltern waren gläubige Katholiken. Obwohl sie auf dem Bauernhof hart arbeiteten, widmeten sie viel Zeit der religiösen Erziehung ihrer Kinder. Sie beteten gemeinsam morgens, mittags und abends. Sie beteten den Rosenkranz und andere Gebete. Eine feste Praxis war das Lesen der Heiligen Schrift, der Lebensgeschichten der Heiligen sowie religiöser Bücher und Zeitschriften. Die Familie Celaków ging jeden Monat zur Beichte und besuchte jeden Sonntag und manchmal auch unter der Woche die heilige Messe.
Rozalia schrieb Folgendes über ihre Eltern: „Von den ersten Jahren meines Lebens an haben sie mir die tiefgehenden Prinzipien des heiligen Glaubens, der Gottes- und Nächstenliebe beigebracht. Sie wachten über meine Seele, um sie vor Verderbnis zu bewahren. Ich habe zu Hause nie ein schlechtes Beispiel gesehen.“ Die Eltern gaben den Schatz des katholischen Glaubens an ihre Kinder weiter. Die kleine Rozalia war sehr glücklich, wenn sie zu Jesus im Tabernakel kommen konnte. Sie sagte zu ihm: „Jesus, ich möchte für immer und ewig Deine sein“.
In Rozalias Aufzeichnungen lesen wir: „Die erste Lehrerin, die mich lehrte, Jesus zu lieben, war meine liebe Mutter. Sie lehrte mich, was Jesus für uns getan hat, wofür wir ihn lieben sollen, wie ich sein muss, um ihm zu gefallen, usw. […] Die Frömmigkeit meiner Eltern manifestierte sich vor allem in der Einhaltung der Gebote Gottes. Es war keine sonderbare, verzerrte Frömmigkeit, sondern eine gesund verstandene und vernünftig praktizierte Frömmigkeit“. Von ihren Eltern lernte Rozalia Demut, Sanftmut, die Fähigkeit zu verzeihen, die Überwindung des Egoismus, die Bereitschaft, älteren und hilfsbedürftigen Menschen zu dienen und vor allem in ihrer Liebe zu Gott zu wachsen.
Am 1. September 1908 wurde Celakówna eingeschult. Sie hatte ein gutes Gedächtnis, lernte sehr gerne und war ein Vorbild für andere Kinder. Im Alter von 10 Jahren empfing Rozalia ihre erste Heilige Kommunion, was, wie sie selbst sagte, eines der wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben war. Damals gestand sie Jesus ihre Liebe: „Mein Jesus, ich verlange nach nichts anderem als nach Liebe. Ich will Dich so sehr lieben, wie ein Geschöpf Gott lieben kann, Du, mein Jesus, und niemand sonst! […] Ich bitte Dich von Herzen, dass ich Dich niemals auch nur im Schatten einer freiwilligen Sünde beleidige“.
Rozalia erlebte damals ihr erstes mystisches Treffen mit Jesus. Der Herr bat sie: „Gib Dich mir ganz hin, ohne Vorbehalte, zum ausschließlichen Dienst, und Du wirst sehr glücklich sein. Die Welt kann Dir niemals Glück geben, aber ich, Dein Gott, werde Dich glücklich machen. Liebe mich für die ganze Welt! Ich werde Dein Herz erweitern und mit Liebe füllen, damit Du mir mit Liebe auf Liebe antworten kannst.“
Rozalia schloss 1914 die Grundschule ab. Sie wollte ihre Ausbildung fortsetzen, aber wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs war dies nicht möglich. So half sie ihren Eltern bei der landwirtschaftlichen Arbeit und kümmerte sich um ihre jüngeren Geschwister. Im Jahr 1917 empfing sie das Sakrament der Firmung. In dieser Zeit hatte sie zunehmend mystische Erfahrungen. Im Jahr 1918 legte sie in ihrer Pfarrkirche ein privates Keuschheitsgelübde ab.
Die dunkle Nacht der Seele
1919 führte Jesus Rozalia in eine schmerzvolle Phase der geistlichen Reinigung – die sogenannte dunkle Nacht der Seele, die sechs Jahre dauerte. Es war eine Zeit großen geistlichen Leidens, die notwendig war, um in der Liebe zu reifen. Rozalia erlebte heftige Versuchungen gegen den Glauben, die Reinheit und die Demut. Sie fühlte sich von Gott verlassen. Alle möglichen Versuchungen, erschreckende geistliche Finsternis, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung quälten sie. Wenn der Angriff der bösen Mächte seinen Höhepunkt erreichte, fiel Rozalia auf die Knie und flehte Gott um Barmherzigkeit an. In dieser äußerst schwierigen Zeit vernachlässigte sie niemals das Gebet oder die Erfüllung ihrer Pflichten.
Im Jahr 1922 pilgerte sie zu Fuß nach Jasna Góra (Tschenstochau), um die Gnade zu erbitten, ihren Lebensweg erkennen zu dürfen. Nach ihrer Rückkehr war sie sich sicher, dass Gott sie dazu beruft, das Elternhaus zu verlassen und sich in Krakau niederzulassen. Im August 1924 zog Rozalia nach Krakau. Dies war eine sehr schwierige Zeit für sie. In dieser Zeit litt sie wiederholt unter schmerzhaften Angriffen böser Geister und unter dem Unverständnis der Beichtväter für ihren geistlichen Zustand.
Der Höhepunkt von Rozalias geistlichem Leiden war eine Vision der Hölle. „Es schien mir – schrieb sie – dass ich jede Stunde tiefer in die Höllenschlucht stürze […]. Vor meiner Seele standen monströse Sünden und Verbrechen, die mir zugeschrieben wurden […]. Ich hörte eine Stimme: ‚Du bist verdammt und nichts kann Dir mehr helfen‘ […]. Ich fühlte das Höllenfeuer auf mir, das meinen Körper zu verbrennen schien. Das Gebrüll und Heulen der Dämonen war so durchdringend, dass kein menschlicher Verstand es begreifen kann. Wenn Gott die Seele auf diese Weise kreuzigt und in der Dunkelheit lässt, kann der Mensch nichts tun. Meine Seele hing zwischen Himmel, Erde und Hölle, […] ich sah die geöffnete Hölle, deren Schrecken ich nicht beschreiben kann. Eine riesige Menge Dämonen warf Massen von Seelen mit höllischer Freude in diesen Abgrund. Einer machte dem anderen Konkurrenz, indem er immer mehr Seelen hineintrieb. Sie wurden entsprechend ihrer Sünden gequält. Die meisten wurden verdammt für Sünden gegen das sechste und neunte Gebot, dann für Verbrechen und Hass. Diese drei Arten von Sünden waren besonders sichtbar. Die Qualen dieser Pein kann niemand beschreiben. Schon der Anblick kann einen Menschen vor Angst sterben lassen, wenn er nicht durch Gottes Gnade gestützt wird.“ Gleich nach diesem erschreckenden Erlebnis der Hölle wurde Rozalias Seele in den Himmel versetzt. Solch ein Gefühl der Liebe und des Glücks hatte sie nie zuvor erlebt. Sie hörte eine innere Stimme: „Heiligkeit ist Liebe. Diese Seele wird die höchste Vollkommenheit erreichen, die Gott am innigsten liebt.“
Die Arbeit im Krankenhaus
Im April 1925 trat Rozalia eine Stelle in der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten im St.-Lazarus-Krankenhaus an. Syphilis und andere Geschlechtskrankheiten zeugen vom moralischen Verfall. Die Übertretung des sechsten Gebots hat schreckliche Folgen. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg sagte der Primas von Polen, Kardinal August Hlond, dass der moralische Verfall der Menschheit im 20. Jahrhundert schlimmer geworden sei als in Sodom und Gomorra.
Die Sünden der Unreinheit zerstören die Liebe, vertiefen den Egoismus und fügen Jesus deshalb großes Leid zu. Darum sagte Jesus zu Rozalia: „Ein Opfer ist nötig für Polen, für die sündige Welt. Die unkeuschen Sünden verwunden mein Heiligstes Herz furchtbar. Ich verlange Sühne.“
Rozalia verstand, dass Jesus sie berufen hatte, seine Liebe und Barmherzigkeit zu den moralisch gefallenen Menschen zu bringen, die von Geschlechtskrankheiten betroffen waren.
Immer stärker mit Jesus verbunden, kümmerte sich Celakówna mit großer Hingabe um die Geschlechtskranken, die von ihren Angehörigen vergessen worden waren. Diese Patienten benahmen sich ordinär; ihr zügelloses Verhalten und ihre schlimmsten Flüche waren für Rozalia eine äußerst schmerzhafte Erfahrung. Dennoch blieb sie dort, weil sie wusste, dass Jesus sie zu dieser Arbeit berufen hatte. Sie diente den Kranken mit großer Hingabe. Sie tat dies aus Liebe zu Jesus, der in jedem leidenden und hilfsbedürftigen Menschen gegenwärtig ist.
Während mystischer Begegnungen versicherte Jesus Celakówna: „Ich bin immer bei Dir und unterstütze Dich mit meiner Gnade und werde weiterhin bei Dir bleiben; und obwohl Du mich jetzt nicht siehst, sollst Du mich mit den Augen der Seele sehen und daran glauben, denn wenn ich nicht bei Dir wäre, könntest Du unter diesen Umständen niemals bestehen“.
Am 15. Dezember 1927 trat Rozalia in den Orden der Klarissen ein. Sie erkannte jedoch bald, dass dies nicht ihre Berufung war. Am 1. März 1928 verließ sie die Klostermauern und trat eine Stelle in einer Augenklinik an. Es war eine gut bezahlte und angesehene Stelle. Doch ihr Gewissen ließ Celakówna keine Ruhe. Jesus gab ihr ein deutliches Zeichen, dass sie wieder in der dermatologischen Abteilung arbeiten sollte. Während des Gebets sah Rozalia in einer mystischen Vision den Herrn Jesus, der von Geschlechtskranken grausam gegeißelt wurde. Sie schlugen Ihn ohne Gnade auf Sein Gesicht und seinen ganzen Körper. Dann sprach Jesus zu Rozalia wie folgt: „Mein liebes Kind, sieh dir den schrecklichen Schmerz an, den die unreinen Sünden Mir zufügen. Hier, Mein Kind, möchte Ich, dass du Mir Wiedergutmachung leistest für diese schrecklichen Sünden, die Mein Herz so sehr verwunden […]. Du, mein Kind, wirst in Deinem Leben viel leiden, um mich zu trösten, damit Du mir ähnlich wirst, und Du sollst Seelen retten […]. Ich enthülle Dir heute und lasse Dich das Geheimnis und den Wert des Leidens erkennen. Das Leiden ist eine so große Gnade, dass es schwer zu begreifen ist. Es ist eine größere Gnade als das Geschenk, Wunder zu wirken. Ich gebe Dir die Liebe zum Leiden, damit Du zu leiden weißt ähnlich wie ich.“
In einer mystischen Vision führte Jesus Rozalia „an einen riesigen Abgrund, voller Fäulnis und Abscheulichkeit“. „Er ließ mich verstehen – schrieb Celakówna weiter –, dass dies das menschliche Herz ist, das durch die Sünde der Unreinheit verunreinigt ist. Jesus befahl mir, an diesem Ort im Interesse der gefallenen Seelen, ihrer Bekehrung, zu arbeiten, und er befahl mir, mich mein ganzes Leben lang daran zu erinnern, dass meine Arbeit und mein Leben an diesem Ort enden werden.“
Auf der Station für Geschlechtskrankheiten musste Rozalia die Verbände der Kranken wechseln, ihre eiternden und stinkenden Wunden reinigen, Nachtschichten übernehmen und Sterbende begleiten. Sie sagte, dass sie ohne ihre übernatürliche Nächstenliebe und das Wissen, Gottes Willen zu erfüllen, diese zermürbende, schreckliche Arbeit für kein Geld der Welt getan hätte.
Sorge um die Bekehrung der Sünder
Rozalia überwand in heroischer Weise den Widerwillen, der in ihr angesichts des Anblicks und Verhaltens der Geschlechtskranken aufkam, und verrichtete ihren Dienst unter ihnen mit Liebe, Güte und engelsgleicher Geduld. Sie war sehr zart und bescheiden gegenüber den Kranken, gleichzeitig aber auch entschlossen. Sie versuchte, sie durch Güte und Freundlichkeit dazu zu ermutigen, den Weg der Sünde zu verlassen und sich der Barmherzigkeit Gottes zu öffnen. Oft kniete sie an den Betten der Patienten und betete für deren Bekehrung. Sie begleitete die Sterbenden bis zum Ende und betete, dass sie sich durch die Beichte mit Gott versöhnen würden.
„Während ihres Nachtdienstes“, erinnerte sich eine Bekannte von ihr, „hatte Rozalia Schwierigkeiten, einen Mann mittleren Alters dazu zu bewegen, vor seinem Tod zur Beichte und zur Heiligen Kommunion zu gehen. Sie kniete dann an seinem Bett nieder und begann den Rosenkranz zu beten. Nach ein paar Minuten fragte der Kranke: ‚Was machen Sie da?‘ ‚Ich bete‘, antwortete sie. ‚Für wen?‘ ‚Für Sie.‘ ‚Für mich? Ich bitte Sie doch gar nicht darum‘ – und er schlief ein. Als er aufwachte, sah er sie wieder beten und fragte: ‚Beten Sie immer noch für mich?‘ ‚Ja!‘ Dann ärgerte er sich und sagte: ‚Aber ich will das nicht‘ – und schlief wieder ein. Als er zum dritten Mal aufwachte, sah er Rozalia erneut knien und fragte: ‚Beten Sie immer noch für mich, trotz meiner unhöflichen Worte?‘ Sie antwortete: ‚Ja! Denn die Güte Gottes ist so groß, dass sie auch Sie umfasst, obwohl Sie diese Güte verachten.‘ Dann bat der Mann, einen Priester zu rufen; er beichtete, empfing die Wegzehrung und die Krankensalbung und starb 2-3 Stunden später in den frühen Morgenstunden.“
Rozalia tat alles aus Liebe zu Jesus und Maria. Trotz ihrer schweren Arbeit im Krankenhaus setzte sie ihre Ausbildung fort, um den Kranken besser dienen zu können. Sie lernte abends und nachts. Ihre letzte Pflegerprüfung legte sie 1933 ab.
Als ausgebildete Krankenschwester mit großer Ausstrahlung und Erfahrung erhielt Rozalia viele Angebote für sehr gute Stellen. Doch blieb Sie ihrer Berufung treu und diente weiterhin den Geschlechtskranken.
Aufruf zur Inthronisation
Im Mai 1937 wurde P. Zygmunt Dobrzycki, ein Paulinerpater, Rozalias geistlicher Begleiter. Es war für sie eine außergewöhnliche Zeit der mystischen Begegnungen mit Christus und der engeren Vereinigung mit Ihm. Rozalia schrieb über die Gegenwart Jesu in ihrem Leben: „Jesus ist, wenn auch unsichtbar, in der Seele gegenwärtig. Ich fühlte seine Gegenwart so, als ob zwei Personen zu einer verschmelzen. Dieser Kontakt Jesu mit der Seele ist viel höher als eine Vision. Auch wenn ich es beschreiben wollte, ich kann es nicht, denn es übersteigt meinen begrenzten Verstand und mein ganzes Verständnis“.
Während Exerzitien im September 1937 entdeckte Rozalia erneut, welch großes Geschenk es war, am Leiden Christi am Kreuz teilzuhaben. Indem sie das Kreuz des Leidens in Vereinigung mit Christus auf sich nahm, wollte sie lernen, ihn so zu lieben, wie kein Mensch je geliebt hat. Damals richtete Jesus durch die Mystikerin einen Aufruf an Polen und an alle Völker, ihn als ihren einzigen Herrn anzunehmen und alle Bereiche des Lebens den Forderungen seiner Liebe zu unterwerfen. Im Namen des ganzen Volkes sollte dies von den kirchlichen und weltlichen Behörden gemeinsam vollzogen werden. In einer ihrer Visionen hörte Rozalia: „Wenn ihr die Welt retten wollt, müsst ihr die Inthronisation des Heiligsten Herzens Jesu in allen Staaten und Nationen der Welt durchführen. Hier und nur hier liegt die Rettung. Die Staaten und Nationen, die sie nicht annehmen und sich nicht der Herrschaft der süßen Liebe Jesu unterwerfen, werden unwiderruflich von der Erde verschwinden und niemals wieder erstehen […]. Denk daran, mein Kind, dass diese so wichtige Angelegenheit nicht übersehen und nicht vergessen werden darf.“
Von da an wurde die Herbeiführung der Inthronisierung für Rozalia zu einer äußerst wichtigen Aufgabe. Sie wusste, dass Christus sie zu dieser Aufgabe berufen hatte. Für dieses Ziel betete sie und opferte all ihre Mühen und Leiden. Pater Zygmunt Dobrzyckis geistlicher Begleiter war der General der Paulinerpatres, Pater Pius Przeździecki. Er war es, der die Frage der Inthronisierung mehrmals mit dem Primas von Polen, Kardinal Hlond, erörterte. Der Kardinal wollte sich jedoch zunächst vergewissern, dass es sich bei Rozalia um eine vertrauenswürdige Person handelte, und ordnete deshalb an, dass sie sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen und die Ergebnisse den kirchlichen Behörden vorlegen sollte. Die Mystikerin unterzog sich neurologischen Untersuchungen, die von Dr. J. Horodeński durchgeführt wurden. Diese bestätigten, dass sie vollständig psychisch gesund war.
Lange vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überbrachte Celakówna die Aufrufe Jesu und Marias zur Bekehrung, da deren Ausbleiben zum Ausbruch eines schrecklichen Krieges führen würde. Denn die Hauptursache des Krieges sind die Sünden der Ausschweifung, des Mordes und des Hasses. Nur die Inthronisierung Christi kann die Welt vor der Kriegskatastrophe bewahren.
Die Erfüllung der Mission (1939-1944)
Rozalia wurde immer stärker gedrängt, die Inthronisierung zu vollziehen. Dafür war sie bereit, alles zu erleiden und – wie sie schrieb – „in der größten Hingabe zu sterben wie unser Jesus am Kreuz“. Ihr größter Wunsch war es, dass in Polen die Inthronisation vollzogen würde und andere Nationen diesem Beispiel folgen würden.
Während der schrecklichen Zeit der Besetzung Polens, als jederzeit Verhaftung, Deportation in ein Konzentrationslager und Tod drohten, schrieb Rozalia: „Trotz allem bin ich sehr ruhig […]. Wenn wir wüssten, wie sehr uns der Herr Jesus liebt, würden wir niemals auch nur einen Moment Angst und Furcht in unsere Seelen lassen.“ Rozalia sorgte sich vor allem darum, möglichst viele Menschen vor der ewigen Verdammnis zu retten.
Zu Beginn des Krieges wurde sie in der Ambulanz angestellt, wo deutsche Ärzte arbeiteten. Überlastet von den vielen Pflichten, war Celakówna zusätzlich gezwungen, Deutsch zu lernen.
Sie litt sehr darunter, dass sich die Menschen trotz des tobenden Krieges nicht bekehrten und Gott weiterhin mit schweren Sünden beleidigten. Oft weinte sie über das Schicksal und die Sünden ihres Volkes. Ihr reines Herz und ihre scharfsinnigen Beobachtungen ließen sie das Ausmaß der moralischen Verderbnis der Gesellschaft erkennen. Im Oktober 1939 schrieb sie: „Eine solche Erniedrigung und so viele Sünden gab es noch nie im polnischen Volk wie in letzter Zeit“.
In ihren Gebeten flehte Rozalia unaufhörlich um Gottes Barmherzigkeit für die Sünder. Im Geist der Sühne für ihre Sünden nahm sie mit Liebe alle Leiden und Demütigungen an. Jesus überschwemmte ihre Seele als Antwort mit unbeschreiblicher Freude seiner Nähe und Liebe. Anfang 1941 verschlechterte sich Celakównas Gesundheitszustand erheblich, aber sie gab ihre Arbeit im Krankenhaus nicht auf. Bis zum Schluss verbrannte sie sich im Dienst an Gott und den Nächsten. Sie schrieb: „Die Nachtschicht hat für mich etwas ganz Besonderes… Jesus, die Kranken und ich […]. Dann neigt sich Jesus in besonderer Weise zu meiner Seele.“
Durch ihre Arbeit, ihre Gebete und ihr Leiden setzte Rozalia alles daran, um den Tag der Inthronisierung, die Übergabe der Völker an die Herrschaft Christi, des Königs, so schnell wie möglich herbeizuführen. Damit erfüllte sie die Bitte Jesu: „Ich will unteilbar in den Herzen der Menschen herrschen, bittet darum, dass meine Herrschaft in den Seelen durch die Inthronisierung beschleunigt wird“.
Vier Jahre vor ihrem Tod schrieb Rozalia an ihren Beichtvater: „Mein Leben neigt sich dem Ende zu. Ich liebe den Sonnenuntergang sehr: Dann versinkt meine Seele mehr in Gott, in dieser Sonne der Gerechtigkeit, und ich denke an den Herrn, wie ich ihn lieben und ihm gefallen soll, damit mein Leben eines Tages endet wie der Tag endet, aber ein heller und heiterer Tag.“
Anfang September 1944 fühlte sie sich sehr schwach. Eine Freundin von Rozalia, die an einer Grippe erkrankt war, bat sie, Schröpfgläser zu setzen. Während dieses Besuchs erkältete sich Celakówna schwer und musste sich ins Bett legen. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich von Tag zu Tag, und so wurde sie am 11. September ins Krankenhaus eigeliefert. Die Kranke betete die ganze Zeit den Rosenkranz. Sie empfing das Viaticum [Die Eucharistie, die einem Gläubigen in der Stunde des Todes oder kurz vor dem Tod gereicht wird – Anm. d. Red.] und das Sakrament der Krankensalbung. Rozalia Celakówna starb in der Nacht vom 12. auf den 13. September 1944 im Schlaf.
Sie wurde auf dem Rakowicki-Friedhof in Krakau beigesetzt. Trotz des Krieges nahmen zahlreiche Priester, Schwestern, Verwandte und Freunde an ihrer Beerdigung teil. Nach ihrem Tod berührte ihre Einfachheit, Herzensgüte und selbstlose Liebe das Gewissen und die Herzen vieler, die sie kannten. Schnell verbreitete sich die Nachricht, dass Gott durch ihre Fürsprache den Menschen außergewöhnliche Gnaden schenkt, um die sie bitten. Ihr Seligsprechungsprozess ist nun im Gange.
Rozalia sagte, dass Heiligkeit Liebe ist. Bitten wir Jesus mit ihren Worten um dieses größte Geschenk: „Herr Jesus, gib mir Liebe, Liebe, die imstande ist, Dich zu lieben für die ganze Welt, Liebe bis zur Ekstase, so wie Du noch nie auf dieser Erde geliebt wurdest. Denn Du, Jesus, kannst mein kleines Herz bis zur Unendlichkeit erweitern. Du bist allmächtig, also wirst Du dieses Wunder vollbringen.“





