Wir lebten ganz ohne Gott

Familie

Ich habe gerne etwas getrunken und Rafał hat Marihuana geraucht. Und so hatten wir jeden Tag eine „gute“ Zeit….

Altes Leben

Rafał:

Wir haben uns kennengelernt, als ich in einer Firma im Außendienst arbeitete. Kasia kam dorthin, um Arbeit zu suchen.

Kasia:

Am Anfang erlebten wir eine sechsmonatige Phase der Verliebtheit: Ich hatte Schmetterlinge im Bauch, alles war schön und wundervoll. Wir lebten ganz ohne Gott, jeder mit seiner eigenen Sucht. Ich trank gerne etwas und Rafał rauchte Marihuana. Und so hatten wir jeden Tag eine ‚gute‘ Zeit… Das Wichtigste für mich war die Arbeit, das Streben nach Geld und unsere Verliebtheit. Irgendwo im Hintergrund war meine Tochter aus einer früheren Beziehung – eher ‚aufgezogen‘ als erzogen. Sie war damals fünf Jahre alt. Auch Rafał war schon Vater. Die Kinder liefen nebenher. An den Wochenenden waren wir völlig konzeptlos und verloren, ohne Glück im Herzen… Wir griffen zu Drogen, weil uns etwas fehlte…. Dann gab es eine Schwangerschaft, eine Fehlgeburt, und dann eine weitere… Und so ging das Leben weiter. Eine Weile war es wunderbar, dann gab es Streit, Herauswürfe aus der Wohnung, Untreue….

Rafał:

Irgendwann beschlossen wir, die Drogen abzusetzen. Kasia sagte: „Du hörst auf zu rauchen, du kannst das nicht ständig tun.“ Und ich sagte: „OK, aber du hörst auf, abends deinen Schnaps zum Einschlafen zu trinken.“

Kasia:

Die Kinder sahen oft, wie wir uns stritten, Rauswürfe, wie der Vater seine Sachen packte oder die Mutter ihre Sachen packte, wie wir mit Töpfen warfen, Telefone zertrümmerten, unflätige Worte gebrauchten… Heute kann ich zugeben, dass es Pathologie war. Es sind nicht nur Alkoholismus und andere Genussmittel, die zu einem solchen Zustand führen können, sondern die Pathologie war auch das, was unsere Kinder sahen. Es war fatal.

Rafał:

Unsere Tochter Nikola besuchte zu dieser Zeit eine Schule im Stadtzentrum. Wir hatten ein Problem, denn sie hatte Angst, allein dorthin zu gehen.

Kasia:

Die schwierige Zeit begann, als unser Hund starb. Nikola entwickelte daraufhin Angstzustände. Sie ging sechs Monate lang praktisch nicht zur Schule.

Rafał:

Trotzdem wurde sie in die nächste Klasse versetzt, weil die Schulleiterin und die Lehrer wussten, wo das Problem lag. Wir haben gemeinsam für unsere Tochter gekämpft. Das Trauma nach dem Verlust des Hundes hatte sie sehr mitgenommen. Als wir vom Meer zurückkamen, beschlossen wir, umzuziehen. Die Nachbarschaft im Stadtzentrum war problematisch, also wählten wir eine Wohnung außerhalb der Stadt und entschieden somit automatisch, auch die Schule zu wechseln.

Die neue Schule

Kasia:

Am Tag vor dem neuen Schuljahr sah ich im Internet nach, wann die Einschulung ist, und entdeckte dabei, dass es sich um eine katholische Schule handelte. Sofort dachte ich, dass mein Kind auf keinen Fall in eine solche Schule gehen wird, dass die Kinder dort sicher eigenartig sind, keine Freiheit haben usw. Doch weiter unten las ich: „Wir helfen Eltern, ihre Kinder mit Werten, in Liebe, Güte und Vertrauen zu erziehen.“ Ich dachte, dass ich ein Problem mit der Werteerziehung habe… Vielleicht können sie meine Göre ein wenig miterziehen? Ich ging zu einem Tag der offenen Tür und sprach mit der Direktorin. Frau Ania nahm sich meiner an und führte mich durch die Schule. Wir kamen ins Gespräch und das Thema Religion kam zur Sprache. Ich antwortete ihr freimütig, dass wir nicht in die Kirche gehen, dass wir nicht beten… Meine ältere Tochter war zwar bei ihrer Erstkommunion, aber nur aus Tradition, um Geschenke zu bekommen und um ein Fest zu feiern. Ich habe drei Stunden lang mit der Direktorin gesprochen! Sie schätzte meine Ehrlichkeit, weil ich ihr sagen konnte, dass ich ein Problem mit den Kindern habe.

Am nächsten Tag war die Messe zum Schuljahresbeginn. Mein Kind wusste kaum, was eine Kirche ist, wollte aber zum Gottesdienst gehen… Nikola mochte das Haus wegen ihrer Ängste nicht verlassen und hasste Lärm. Daher beschloss ich, mit ihr zur Messe zu gehen, und ich setzte mich irgendwo hinten hin und wartete. Dann ging ich nach Hause und die Kinder gingen in die Schule. Dann geschah etwas Seltsames. Ich fühlte mich leicht im Geist, und alles um mich herum schien schön zu sein. Ich hatte so viel Liebe im Herzen, dass ich bei dem Anblick anderer Menschen vor Liebe sprühte. Eine ungekannte Güte und Leichtigkeit überkamen mich. Ich fragte mich, was das für ein Zustand sei, denn keine Droge hatte mir jemals ein solches Gefühl von Liebe und Glück gegeben. Ich erlebte eine unbeschreibliche innere Euphorie. Später wurde mir erklärt, dass der Heilige Geist auf mich herabgekommen war. Ich fühlte mich glücklich und geliebt und alle schlechten Emotionen, die ich hatte, verschwanden. Das war am 1. September 2022. Ich wusste nicht, wie ich Rafał davon erzählen sollte, ich schämte mich sogar, es ihm zu sagen, denn wie konnte es sein, dass mich so etwas nach der Messe „erwischte“?

In dieser Zeit verspürte ich ein großes Bedürfnis zu beten. Es entwickelte sich in mir über mehrere Tage. Ich lernte auf YouTube, wie man den Rosenkranz betet. Nach ein paar Tagen bekam ich jedoch Angst vor dem Gebet, weil ich begann, sehr reale Träume zu haben, in denen ich besessen war. Alle kamen in diesen Träumen vor: die Kinder, Rafał und ich. Aus Angst hörte ich auf zu beten und alles in mir erlahmte….

Rafał:

Das Leben ging weiter, und Nikola brachte in dieser Zeit den Brauch des Tischgebets aus der Schule mit nach Hause.

Kasia:

Zu dieser Zeit besuchte uns auch Aneta, meine Freundin. Ich hatte zuvor ein Buch gekauft, das mir von einer Kosmetikerin empfohlen worden war, die sich mit Hypnose und Numerologie beschäftigte. Ich wartete ungeduldig auf den Moment, in dem ich es lesen konnte. Als Aneta bereits am Gehen war, sagte ich mit unverhohlener Aufrichtigkeit, dass ich froh sei, dass sie gehe, denn ich wolle so schnell wie möglich mit der Lektüre eines sehr interessanten Buches beginnen. Da bat mich meine Freundin um das Buch, blätterte darin und sagte, dass darin okkulte Inhalte wie das Öffnen der Chakren enthalten seien. Ich vertraute ihr sofort und fühlte, dass ich das Buch zerstören musste. Aneta lud uns zu einem Treffen der „Bewegung der Reinen Herzen für Ehepare“ ein. Wir waren zwar nicht verheiratet, aber wir durften kommen.

Also gingen wir zu dem Treffen der BRHE. Ich hatte im Vorfeld erfahren, dass es dort eine Beichtgelegenheit geben würde. Ich dachte: „Warum eigentlich nicht? So lange war ich nicht mehr bei der Beichte. In diesen 25 Jahren hat sich sicherlich einiges angesammelt. Ich habe sicher schwere Sünden.“ Ich bereitete mich heimlich auf die Beichte vor. Ich saß bis zwei Uhr nachts und machte eine Gewissenserforschung. Ich hatte ein großes Bedürfnis, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Beichte

Kasia:

Es war der 28. Oktober 2022. Ich ging zur Beichte. Der Priester sagte mir, ich solle meine Sünden aufzählen, also holte ich drei Seiten heraus, die vollständig beschrieben waren. „Nenne die wichtigsten Sünden, du musst nicht alles aufzählen“. – erklärte er. Und ich sagte ihm, dass ich seit 25 Jahren nicht bei der Beichte gewesen sei und alles aufzählen möchte. Als der Beichtvater das hörte, sagte er, dass es sich dann um eine Generalbeichte handele. Ich wusste nicht, worum es ging, aber ich wusste, dass es eine Beichte war.

Ich nahm die gesamte Beichtzeit der Gemeinschaftsmitglieder in Anspruch – über 40 Minuten. Ich fühlte, dass ich keine Absolution bekommen würde. Aber ich wollte sie unbedingt, weil ich ohne Sünde leben wollte. An einem Punkt gestand ich, dass der Priester mir wahrscheinlich keine Absolution erteilen würde, weil ich mit meinem Partner ohne Trauschein wie Mann und Frau zusammenlebe und mich das sehr belastet. Der Priester sagte, er könne mir unter bestimmten Bedingungen die Absolution erteilen. Er fragte: „Musst du zur Kommunion gehen?“ Und ich antwortete, dass ich mich wie ein Süchtiger fühle, der eine Dosis braucht, und dass ich zur Kommunion gehen muss. Wenn ich sie heute nicht empfange, bin ich wie ein Mensch auf Entzug. Der Priester sagte daraufhin: „Du hast die Wahl: Entweder du nimmst regelmäßig Jesus in der Eucharistie an und änderst dein Leben, oder du gehst nach Hause und lebst weiter wie bisher, aber dann kann ich dir keine Absolution erteilen.“ Für mich war klar, dass nur die erste Option infrage kam – ich gehe zur Kommunion und lebe ohne Sünde. Der Priester erteilte mir die Absolution. Ich empfing die Kommunion und fühlte, wie der ganze jahrealte Dreck von mir abfiel. Alles wurde mir damals genommen! Dann kam der Moment, in dem ich zu Rafał gehen und mit ihm reden musste… Bisher hatte ich alles vor ihm verheimlicht, weil es mir peinlich war. Und so sagte ich ihm vor dem Treffen der Bewegung Reiner Herzen für Ehepaare….

Rafał:

… zwischen der Messe und dem Treffen der Gemeinschaft….

Kasia:

… dass ich die Absolution erhalten habe. Und er fragte: „Wie hast du die Absolution bekommen?“, und ich antwortete: „Ganz normal. Wir werden nicht mehr miteinander schlafen. Ich musste wählen und habe Jesus gewählt.“

Rafał:

Es war ein Schock. Ich wollte überhaupt nicht zu dem Treffen gehen. Tatsächlich erinnere ich mich an nichts mehr von diesem Treffen. Wahrscheinlich hielten mich die Leute für einen Miesepeter.

Kasia:

Ich hingegen war von diesem Ort begeistert. Ich sah Paare, die einander respektvoll behandelten, über Gott sprachen, ständig von Liebe redeten. Am Ende sagte ich, dass ich diesen Weg gehen möchte.

Auf dem Weg zum Sakrament der Ehe

Rafał:

Wir hatten schon zwei- oder dreimal eine standesamtliche Trauung geplant, aber jedes Mal kam etwas dazwischen, so dass sie nicht zustande kam. Außerdem wollte Kasia nie heiraten.

Kasia:

Ich war immer ein Feind der Ehe. Ich wollte mich nicht für Jahre an einen Mann binden. Ich wusste nicht, ob ich in dieser Zeit eventuell jemanden kennenlernen würde, in den ich mich verlieben könnte. Ich brachte meinem Kind bei, sich bloß nicht zu binden und vor allem „Kohle” zu verdienen. Als meine zweite Tochter geboren wurde und wir bereits zusammenlebten, eröffnete ich mein eigenes Geschäft. Ich musste viel mehr arbeiten. Ich war überzeugt, dass ich für ihr Wohl, für unsere Familie arbeitete. Ich verbrachte 16 Stunden täglich bei der Arbeit und fühlte mich damit gut. Alles, was für mich zählte, war der Wert und die Macht des Geldes….. „Kasia galt überall als eine tolle Person“….. Aber für meine Familie war ich nicht da… In meinem Elternhaus gab es keinen Gott, sondern Unternehmergeist, das teuerste Spielzeug, Privatschulen und den größten Luxus. Die Liebe meiner Eltern habe ich nicht erfahren. Später war auch das Zuhause, das ich gründete, lieblos, bis der Wendepunkt kam und ich Liebe vom Heiligen Geist erhielt. Jetzt kann ich lieben. Vor allem aber fühlte ich mich zum ersten Mal geliebt. Im Augenblick meiner Bekehrung wurde eine solche Liebe in mein Herz ausgegossen, dass sie noch heute in mir wirkt. Es ist noch sehr wenig Zeit vergangen und ich weiß, dass noch viel Arbeit an mir selbst bevorsteht. Jetzt sage ich meinen Kindern, dass das Wichtigste, was wir uns geben können, die Zeit ist. Ich komme schneller von der Arbeit nach Hause und kümmere mich um das Haus: Wir sitzen gemeinsam am Tisch, nehmen an Gebeten teil usw.

Rafał:

Nach dem BRHE-Treffen war es hart. Wir lebten wie Hund und Katze. Nicht nur, dass wir mehr als sonst miteinander stritten, auch das gemeinsame Zusammenleben, das uns verbunden hatte, war vorbei… Ich vermutete, dass es jetzt ständig Kriege geben würde, aber es stellte sich heraus, dass es zu Hause jetzt ganz anders war. Drei Tage später beschloss ich, zur Beichte zu gehen.

Kasia:

Nach den Beichten beschlossen wir zu heiraten, aber noch ohne konkreten Termin.

Rafał:

Ich fragte Kasia: „Wann heiraten wir?“ Ich wollte wissen, wann. Aber ich hörte immer noch: „Ich weiß nicht“…

Hochzeit

Kasia:

Schwester Maria Kwiek USJK sagte mir in einem Gespräch: „Bete und frage während des Gebets, ob Rafał als ‚Material‘ für deinen Ehemann geeignet ist“. Dann ergaben sich verschiedene Situationen, z. B. wurde ich krank und Rafał zeigte sich von einer anderen Seite: Er ging für mich zur Arbeit, kümmerte sich um das Haus und die Kinder. Er kochte, putzte, wusch. Er konnte sich um alles kümmern. Früher, wenn ich ihn um etwas bat, dauerte es viele Tage, bis er es tat.

Rafał:

Früher, in den 11 Jahren, hat Kasia das nicht gesehen…

Kasia:

Ja, damals öffneten sich mir die Augen für viele Dinge. Nach ungefähr drei Monaten legten wir fest, dass unsere Hochzeit am Barmherzigkeitssonntag stattfinden würde. Wir haben alles im Eiltempo gemacht, um rechtzeitig fertig zu werden. Das erste Bild, das ich kaufte, war das Bild von barmherzigen Jesusn. Das Sakrament der Ehe empfingen wir am 16. April 2023.

Was hat sich geändert? ALLES! Heute beten wir jeden Tag vor dem Schlafengehen gemeinsam das Vaterunser und beten den Rosenkranz. Wir versuchen die Beziehungen zu den Kindern wieder in Ordnung zu bringen, verbringen gemeinsam Zeit, zeigen uns viel Liebe und Respekt, essen gemeinsam und beten vor den Mahlzeiten. Wir empfangen regelmäßig die Sakramente, nehmen an der Sonntagsmesse und Anbetungen teil. Wir begannen, uns gegenseitig als Geschenk Gottes zu behandeln. Am Anfang gab es Streitigkeiten um nichts nach einem tiefen Rosenkranzgebet. Wir sind uns dessen bewusst. Während unserer Hochzeit sagten uns die Freunde aus der Bewegung Reiner Herzen für Ehepaare: „Denkt daran, dass ihr jetzt viele Probleme und Streitigkeiten wegen Kleinigkeiten haben werdet. Der Böse wird wütend sein.“ Sie hatten recht, wir haben es gespürt, aber zum Glück waren wir durch diese Worte darauf vorbereitet und jetzt, wenn der Satan Unruhe stiftet, verbinden wir uns im Gebet und bitten Gott um Hilfe. Glaubt mir, es hilft immer.

Rafał:

Wir fuhren über das Maiwochenende in die Masuren. Es sollte großartig werden, aber irgendetwas störte die ganze Zeit die Atmosphäre – irgendwelche Launen, Beleidigungen… Und es ging das ganze Wochenende so. Wir kamen von dieser Reise zurück und Kasia sagte: „Ich gehe zur Beichte, weil ich sehr wütend auf dich bin“. Ich schaffte es zur Messe und auch zur Beichte. Kaum hatte ich die Beichte beendet, ging ich zur Kirchenbank, wir versöhnten uns und seitdem ist es viel besser geworden.

Kasia:

Mir wurde klar, wie Gott die Menschen versöhnt. Früher brauchte es zwei Tage, um sich zu versöhnen, da musste man aufeinander zugehen, ein Gespräch anfangen… Aber jetzt streiten wir nicht mehr darüber, worum es ging. Manchmal rufe ich meine Freundinnen an und sage: „Gott hat uns versöhnt.“ Bei uns ist das so frisch, neu – diese Versöhnung durch die Beichte und das Halten der Hände am Altar. Ein halbes Jahr vor der Hochzeit war es wunderbar; uns wurde bewusst, wie wichtig wir füreinander sind, wie viel Gott uns gibt. Wenn man ihn an die erste Stelle setzt, dann ist der Rest am richtigen Platz. Das ist unser Motto. Manchmal ging ich nicht zur Arbeit, weil ich sah, dass etwas Geistliches wichtiger war, aber uns fehlte nie Geld für die Rechnungen. Manchmal machte ich die Abrechnung und sagte: „Wir werden im Rückstand sein, garantiert.“ Aber genau zu dieser Zeit gab es ein Treffen der Bewegung Reiner Herzen für Ehepaare, eine Reise zur heiligen Faustina und letztendlich fehlte uns nichts. Wir sind nicht im Rückstand. Es ist Gottes Aufgabe, sich um unsere Finanzen zu kümmern.

Die Bewegung Reiner Herzen für Ehepaare

Unsere ältere Tochter wollte nicht mit Gott leben, sie betete nicht und ging nicht mit uns in die Kirche. Sie lachte uns aus und nannte uns fanatisch… Das tat uns sehr weh. Wir beteten für ihre Bekehrung… Und es geschah ein Wunder. Aneta schlug uns vor, an den Sommerexerzitien der Bewegung Reiner Herzen für Ehepaare teilzunehmen. Wir fuhren hin. Unsere ältere Tochter kam widerwillig mit, fast gezwungen. Am ersten Tag wollte sie schon nach Hause zurückkehren, „von dort fliehen“, wie sie sagte. Sie wollte nicht an den Treffen und Gottesdiensten teilnehmen, aber mit jedem Tag wurde ihr Widerstand geringer. Schließlich ging sie zur Beichte, empfing die Kommunion und nahm an den Anbetungen teil. Am letzten Tag der Exerzitien sagte sie: „Mama, ich will hier nicht weg.“ Das war ein Schock für uns! Sie erzählte, wie sie während der Anbetung mit Jesus gesprochen hatte, wie sie sich leicht im Geist fühlte, als sie daran teilnahm. Nach ihrer Rückkehr ging sie aus eigenem Antrieb zu weiteren Exerzitien. Sie erlebte die Zeit der Anbetung erneut intensiv. Sie sagte, dass sie jedes Mal weint und nicht weiß warum. Sie sagte uns, dass sie sich einer Jugendgemeinschaft angeschlossen habe. Jetzt fährt sie regelmäßig zu den Treffen und engagiert sich sehr. „Ich fühle dort so viel Fürsorge und Liebe. Diese Menschen sind so wunderbar“, sagte sie. Unsere Tochter hat die Kampagne des Kreuzzuges der Abstinenz unterschrieben – sie will keinen Alkohol trinken; sie hat sich von schlechten Freunden getrennt und ist jetzt völlig anders zu uns und ihrer Schwester. Sie hat jetzt viel Güte, Liebe in sich und hat aufgehört zu rebellieren. Sie geht mit uns zur Sonntagsmesse und betet mit uns den Rosenkranz. Das ist für uns ein absolutes Wunder.

Rafał:

Während der Anbetung bei den Exerzitien der Bewegung Reiner Herzen für Ehepaare gab ich Jesus alle meine Sorgen und Probleme, mit denen ich mein ganzes Leben gekämpft hatte. Auf den Knien bat ich Jesus um Vergebung, dass ich so weit von ihm entfernt war. An diesem Tag bat ich ihn, dass er mir seine Liebe im Herzen spüren lässt, und ich erlebte einen solchen Zustrom von Liebe von ihm wie nie zuvor. Ich weinte und dankte. Wir kehrten glücklich nach Hause zurück, voller Gnaden des barmherzigen Gottes, völlig erneuert.

Evangelisation

Kasia:

Ich hatte mehrere Begegnungen, bei denen Menschen, die mit mir sprachen, anfingen zu weinen, wenn ich ihnen von Gott erzählte. Eine solche Situation begab sich bei der Krankenversicherung. Die Dame, die dort arbeitete, war unhöflich in Wort und Verhalten. Sie zeigte mir, dass sie Macht hat. Irgendwann fragte die Frau, was mich geheilt hat, wenn nicht die Medikamente. Und ich antwortete: „Ich wurde durch das Gebet, die Leute aus der Gemeinschaft und den Rosenkranz geheilt“. Das musste ich ihr dreimal sagen! Als sie es schließlich wahrnahm, antwortete sie: „Kasia, ich gebe dir diese Krankmeldung, aber nur für heute. Und du gehst zu den Leuten und erzählst ihnen davon“. „Was ist mit dieser Frau passiert?“ – dachte ich. Es gab eine sichtbare Veränderung in ihrem Gesicht: Das gemeine Gesicht verschwand und ein engelsgleiches Antlitz und wunderschöne, lächelnde Augen traten hervor. Sie sagte zu mir: „Kasia, ich glaube sehr.“ Am Ende bat sie: „Bete für mich“.

Bei uns ist alles frisch, aber es geht sehr schnell. Mein Rafał war immer ein guter Mensch. Er hat nicht mehr viel zu tun. Ich dagegen weiß, dass ich noch an mir arbeiten muss, aber mit Gott an unserer Seite ist alles möglich.

Kasia und Rafał