Während eines ganzen Jahrhunderts, seit den Erscheinungen in Lourdes, gab es eine starke Opposition, die der öffentlichen Meinung einzureden versuchte, dass Erscheinungen grundsätzlich unmöglich seien und Lourdes nichts weiter sei als ein Ort religiösen Fanatismus, bloße Illusion und Betrug, inspiriert durch den katholischen Klerus.
Die Urheber der neuen Dogmen der atheistischen Kultur, die die Selbstgenügsamkeit des Menschen predigten und einen Lebens- und Denkstil propagierten, „als ob Gott nicht existierte“, bedienten sich der niederträchtigsten Methoden, einschließlich der Fälschung von Fakten und Dokumenten, um die Erscheinungen in Lourdes lächerlich zu machen und zu diskreditieren. Die bösartigen Angriffe auf die Erscheinungen führten jedoch dazu, dass Lourdes zum einzigen Wallfahrtsort wurde, an dem ein spezielles medizinisches Büro eingerichtet wurde, in dem die bedeutendsten Ärzte der Welt vertreten sind. Dieses Büro, das „Bureau des Constatations Médicales“, ist eine wissenschaftliche Einrichtung, der ständig Fälle von wundersamen und aus menschlicher Sicht unerklärlichen Heilungen, die nach wie vor in Lourdes stattfinden, zur Untersuchung vorgelegt werden. Die zahllosen geistigen und körperlichen Wunderheilungen sind die besondere Art und Weise, wie Gott heute zu den Menschen spricht. Wie die Wunder des Evangeliums sind sie deutliche Zeichen der Liebe Gottes. Gott offenbart seine Liebe auf diese außergewöhnliche Weise, um uns aus geistlicher Lethargie zu reißen, damit wir glauben und uns bemühen, nach den Grundsätzen des Evangeliums zu leben.
Um zu glauben, reicht es nicht aus, ein Wunder zu sehen. Menschen bösen Willens, die „die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten“ (Röm 1,18), interpretieren die wunderbaren Zeichen falsch.
Émile Zola
Ein trauriges Beispiel hierfür ist der berühmte Schriftsteller Émile Zola, eine zentrale Figur des Positivismus in der französischen Literatur und Mitglied der Freimaurerloge. Am 20. August 1892 kam er mit einem Zug voller Kranker aus Paris nach Lourdes. Unter den Pilgern waren zwei Frauen im Endstadium der Tuberkulose: Marie Lebranche und Marie Lermarchand. Sie suchten im Heiligtum von Lourdes ihre letzte Rettung. Zola hingegen kam mit der Absicht, Beweise für den Betrug des katholischen Klerus zu sammeln, den er in Lourdes vermutete. Er hatte dort außergewöhnliches Glück. Vor seinen Augen wurden beide Marias auf wundersame Weise geheilt. Zolas Reaktion angesichts dieses offensichtlichen Wunders war unerklärlich und schockierend. Es ist unverständlich, warum er, ein Mann von großem intellektuellem Format, in seinem Buch Lourdes nicht nur die Tatsache der wundersamen Heilung der beiden Frauen leugnete, sondern sogar so weit ging, die absurde Lüge zu verbreiten, indem er schrieb, dass eine der beiden Frauen gestorben sei. Die Frau, die laut Zolas Buch bereits tot war, lebte tatsächlich noch weiterhin in Paris und erfreute sich bester Gesundheit. Der Schriftsteller wollte seine Lüge jedoch um jeden Preis glaubhaft machen, weshalb er die Frau persönlich aufsuchte und sie aufforderte, nach Belgien zu ziehen. Auf diese Weise wollte er sich einer unbequemen Zeugin entledigen, um seine Weltanschauung zu verbreiten, die keinen Platz für Gott und Wunder hatte. Trotz mehrfacher öffentlicher Enthüllungen seiner offensichtlichen Lügen reagierte Zola nie auf diese Vorwürfe.
Im Jahr 1895 veröffentlichte die Zeitschrift Civiltà Cattolica einen Artikel mit dem Titel „Die Früchte von Zolas Verleumdung“. Darin beschreibt der Autor das Paradoxon, dass die Freimaurerei durch Zola unfreiwillig zur Verbreitung des Marienkults in Lourdes beigetragen hat – ähnlich wie Satan, der trotz seiner selbst letztlich zur Verherrlichung Gottes in der Welt beiträgt.
Die Bekehrung von Émile Zola
Émile Zola, der große französische Schriftsteller und Mitglied der Freimaurerloge, war ein Feind der Kirche. Er verhöhnte deren Anhänger, und wenn er zufällig eine Dorfkirche besuchte, dann nur, um sich über die „dummen Leute“ lustig zu machen. Doch Gott will in seiner Barmherzigkeit auch die Herzen der größten Sünder erreichen, ohne einen Menschen zu übersehen. Er wartet nur auf den richtigen Moment. Dieser Moment kam im Leben Zolas, in dem Jesus sein Herz mit dem Geschenk seiner Barmherzigkeit erreichte. Er hatte sich das Bein gebrochen und war und mehrere Monate bettlägerig. Trotz intensiver Behandlung heilte seine Wunde nicht und wurde immer größer. Als die Ärzte feststellten, dass ihre Bemühungen umsonst waren, planten sie schließlich, sein Bein zu amputieren.
Am Weihnachtsabend hatte Zola einen Traum: Er betrat eine Kirche und sah an der Wand ein Bild der Muttergottes mit dem Kind, das ein Weihnachtslied sang. Als seine Frau am nächsten Tag das gleiche Lied summte, bat Zola sie, in die Kirche zu gehen und vor dem Bild der Muttergottes eine Kerze anzuzünden. Frau Zola erfüllte diesen Wunsch. Zur gleichen Zeit verspürte der Schriftsteller einen ungewöhnlichen Schmerz in seinem kranken Bein. Als er versuchte, aufzustehen, stellte er zu seinem großen Erstaunen fest, dass sein Bein völlig gesund war! Er war wie durch ein Wunder geheilt. Émile Zola beschrieb nicht nur das Wunder seiner Heilung, sondern lehnte den Atheismus radikal ab, ging zur Beichte und begann, inbrünstig zu beten und an der Eucharistie teilzunehmen.
Am 18. April 1896 legte er eine Art öffentliches Bekenntnis ab. Hier ein Auszug aus dieser starken Erklärung: „Jetzt, da ich völlig überzeugt bin, dass ich dreißig Jahre lang im Irrtum war, jetzt, da ich erkannt habe, worauf das ganze freimaurerische System beruht, dessen Lehre ich verbreitet und andere dazu gebracht habe, sie ebenfalls zu verbreiten, so dass eine große Menge von Menschen mir im Irrtum gefolgt ist – ich bereue es aufrichtig. In dieser Hinsicht von Gott erleuchtet, bin ich mir aller Übel bewusst, die ich dadurch begangen habe, und folglich lehne ich die Freimaurerei ab und breche die Bande der Verbundenheit mit ihr und bekenne reumütig vor der Kirche meine Fehler. Ich bitte Gott, mir alle Übel zu vergeben, die ich während meiner Mitgliedschaft in der Freimaurerloge begangen habe, und ich bitte unseren Obersten Hirten, Seine Heiligkeit Papst Leo XIII. um Vergebung“ (übersetzt von Médiatrice et Reine 1998, Nr. 3).
Nach 30 Jahren, in denen Émile Zola nacheinander Gründer und Großmeister einer Freimaurerloge war, brach der Schriftsteller im Alter von 56 Jahren öffentlich alle Verbindungen zur Freimaurerei als zynische Lüge ab. Er konvertierte endgültig und verband sich wieder mit der katholischen Kirche.
Alexis Carrel
Nach der Veröffentlichung von Zolas Pamphlet über die Erscheinungen von Lourdes kamen immer mehr Korrespondenten und Journalisten nach Lourdes, darunter viele Ungläubige, Zyniker und Spötter. Erst vor Ort, in Lourdes, erkannten diese Menschen die Fakten und wurden von der Offensichtlichkeit der Heilungen, die oft vor ihren Augen geschahen, überzeugt. Sie fuhren zurück, bekehrt und mit der Erkenntnis des großen Geheimnisses der Liebe Gottes. Einer von ihnen war der spätere Nobelpreisträger für Medizin, der weltberühmte Professor Alexis Carrel. Er kam 1903 als Atheist nach Lourdes, zusammen mit seiner Patientin Marie Ferrand, die an Bauchfelltuberkulose im Endstadium litt. Während einer Segnung mit dem Allerheiligsten vor der Grotte der Muttergottes wurde die Patientin vor seinen Augen auf wundersame Weise geheilt.
Dieses Ereignis war ein Wendepunkt in Carrels Leben: Er erkannte, dass Gott jenseits aller wissenschaftlichen Erkenntnisse und des Verstehens liegt und dass der einzige Weg zu Ihm das Gebet, das Leben nach dem Evangelium und das mutige Schreiten im Dunkeln zum Glauben ist. Er schrieb: „Indem man die Dunkelheit der Vernunft durchbricht, gelangt man zu Ihm durch Sehnsucht und Liebe. Erst dann wird es möglich, die Liebe Gottes zu erfahren, die den Erlebnissen von Künstlern und Liebenden ähnelt“.
Seit seiner Bekehrung war das einzige Glück für Carrel die grenzenlose Hingabe an Gott im Gebet und das Erfüllen seines Willens. Die akademische Gemeinschaft in Lyon konnte sich mit dieser radikalen Änderung seiner Ansichten nicht abfinden. Seine Vorgesetzten drohten ihm mit Entlassung, wenn er seine Überzeugungen nicht änderte. Carrel blieb standhaft, weil er seinen Glauben als größten Schatz betrachtete. So kündigte er seine Stelle an der Universität und ging nach Kanada und später in die Vereinigten Staaten, wo sich ihm am Rockefeller-Institut in New York eine glänzende wissenschaftliche Karriere eröffnete, die 1912 mit der Verleihung des Nobelpreises gekrönt wurde.
Émile Zola sah ein Wunder und glaubte nicht, während Alexis Carrel im Wunder den Ruf Gottes erkannte und sich mit demütigem Glauben dem Geheimnis seiner Liebe öffnete. Wunder sind also nur für Menschen guten Willens lesbare Zeichen.
Nur Menschen die sich durch guten Willen und intellektueller Ehrlichkeit auszeichnen, können dieses Zeichen verstehen und deuten. Es wird niemals von all jenen angenommen oder verstanden werden, denen es an Offenheit für die Wahrheit mangelt. An sie richtet der liebende Gott durch den heiligen Paulus warnende Worte: „Seit Erschaffung der Welt wird nämlich seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar […] Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren“. Und deshalb wird der Zorn Gottes „vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten“ (Röm. 1.20.22.18).
Göttliche Klinik der Seelen und Körper
Die Erscheinungen von Lourdes fanden 1858 statt, vier Jahre nachdem Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis der seligen Jungfrau Maria verkündet hatte. Sie bestätigen diese Glaubenswahrheit, da sich die Gottesmutter der Hirtin Bernadette Soubirous als Unbefleckte Empfängnis vorstellte. Seit den Erscheinungen von Lourdes geschehen weiterhin Wunder, geistliche Heilungen von Sünde und mangelndem Glauben an Gott sowie physische Heilungen vieler Krankheiten. Lourdes bleibt ein äußerst eindrucksvolles, greifbares Zeichen des göttlichen Wirkens, das zum Nachdenken anregt und den Glauben an das Geheimnis der Liebe Gottes öffnet. Die Vielzahl der Heilungen, die sich dort ereignen, ist eine besondere Botschaft Gottes an die Menschen, die durch liberal-materialistische Ideologien versklavt sind.
Die Wunder in Lourdes sind nicht nur körperliche Heilungen. Heilungen der menschlichen Seele und des Herzens, d.h. die Vergebung der Sünden und die Befreiung aus der Knechtschaft Satans, sind die Wunder, die nur Gott vollbringen kann. Jesus stellt die Frage: „Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf und geh umher?“ (Mt 9,5). Natürlich ist das Erstere schwieriger. Nur Gott kann die Heilung des menschlichen Geistes, die Vergebung der Sünden, vollbringen. Lourdes ist ein Ort auf der Welt, an dem viele Menschen zum Bußsakrament kommen. Hier, in der Nähe der Grotte von Massabielle, wirkt die allmächtige Liebe Christi, die selbst die hartgesottensten Sünder zerbricht und alle Sünden vergibt. Dies sind die größten Wunder, die sich dort ereignen. Sichtbare Zeichen der spirituellen Heilungen sind die wundersamen physischen Heilungen. Christus erklärt: „Damit ihr aber erkennt, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh in dein Haus“ (Mt 9,6). Zwischen 1858 und 1914 wurden in Lourdes 4445 körperliche Heilungen verzeichnet. Sie finden dort weiterhin ohne Unterbrechung statt. Sie werden in einer speziellen medizinischen Einrichtung registriert, in der eine medizinische Kommission eine umfassende Untersuchung durchführt, um wissenschaftlich zu klären, ob es sich tatsächlich um einen Fall einer unerklärlichen Heilung handelt.
In der 166-jährigen Geschichte von Lourdes gehen die festgestellten und registrierten Heilungen in die Zehntausende. Was in Lourdes, Fatima, Medjugorje und anderen Heiligtümern geschieht, ist eine Auflehnung gegen Menschen, die so leben, als gäbe es Gott nicht. Es ist ein dringender Aufruf zur Umkehr, der ständig von Christus an uns gerichtet wird, der uns in der Tat „bis zur Vollendung“ (Joh 13,1) geliebt hat.
Alexis Carrel – ein Nobelpreisträger für Medizin, der in Lourdes bekehrt wurde – schrieb: „Lourdes ist eine ganze Reihe von Fakten, an denen alle philosophischen und theoretischen Überlegungen scheitern“. Die Erscheinungen der Muttergottes in Lourdes im Jahr 1858 und die Heilungen, die dort immer wieder stattfinden, widersprechen der Vorstellung von einer Welt ohne einen liebenden, persönlichen Gott. Es verwundert daher nicht, dass sich die weltweite Freimaurerei bedroht fühlte und eine massive propagandistische Attacke gegen Lourdes startete, die Erscheinungen lächerlich machte und diskreditierte, sie als großen Betrug des katholischen Klerus darstellte.
Zu diesem Zweck wurden die perfidesten Mittel eingesetzt, darunter auch der Versuch, Dokumente zu fälschen, was glücklicherweise aufgedeckt wurde. Der Angriff der liberal-freimaurerischen Kräfte auf die Erscheinungen in Lourdes dauerte bis 1958. Seitdem haben die Feinde der Kirche ihre Taktik geändert. Der amerikanische Schriftsteller Julien Green stellte fest, dass „der Gipfel satanischer HInterlist darin besteht, dem Geheimnis den Anschein der Normalität zu geben“.
Bereits 1829 warnte Papst Pius VIII. die Katholiken vor den verborgenen Aktivitäten der Freimaurerei: „Ihr Gesetz ist die Unwahrheit, ihr Gott ist der Teufel, ihr Ritus ist die Unzucht“. Dies ist nur eine von über 200 päpstlichen Aussagen, die die Freimaurerei verurteilen, weil ihr Hauptziel die Entchristianisierung der Welt und die Schaffung einer neuen Gesellschaft ist, in der der Mensch so leben soll, als ob Gott nicht existierte, also ohne dauerhafte, unveränderliche Gesetze und moralische Normen. Nach dieser Ideologie gibt es keine universelle Wahrheit, keine Offenbarung, und Wunder sind einfach unmöglich. Die Anhänger dieser Ideologie stoßen von Zeit zu Zeit auf offensichtliche Tatsachen, die eindeutig auf die Präsenz und das Wirken übernatürlicher Kräfte hinweisen. So appelliert der liebende Gott an das Gewissen seiner verlorenen Söhne, um sie in sein väterliches Herz aufzunehmen und sie mit der Fülle seiner Liebe zu beschenken, die alles vergibt und ewige Freude schenkt. Lourdes und andere marianische Heiligtümer sind ein Geschenk Gottes an die Menschheit, eine göttliche Klinik der menschlichen Seelen und Körper. Mögen die Menschen den liebevollen Aufruf zur Umkehr, zur Rückkehr zu Christus, der einzigen Quelle des Lebens und der Liebe, mit offenen Augen sehen und mit offenen Ohren hören wollen.





