„Christus beruft euch zu großen Dingen“

Das größte Unglück, das dem Menschen widerfahren kann, ist zweifellos, dass er in der Todsünde verharrt und den Glauben an Gott missachtet oder ablehnt. Wenn der Mensch, der die Wahl zwischen Gut und Böse, Leben und Tod hat, sich für die Sünde entscheidet, die zum Tod führt, ist das dann nicht ein Zeichen seiner extremen Blindheit und Dummheit?

Die bewusste und willentliche Ablehnung Gottes durch den Menschen ist die Ablehnung der einzigen Quelle des ewigen Glücks und eine Entscheidung für eine Ewigkeit in der Hölle. An diese Art von Menschen richtet Gott, der Herr, Worte der Besinnung: „Der Tor sagt in seinem Herzen: ‘Es gibt keinen Gott’“. Und er gibt den Hauptgrund für ihre irrationale Haltung an: „Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut“ (Ps 14,1). Der heilige Paulus erklärt, dass der Hauptgrund für diese extreme Torheit darin besteht, dass sie „durch ihre Ungerechtigkeit der Wahrheit Fesseln anlegen“. Außerdem „können sie sich nicht von ihrer Schuld freisprechen“, weil „seit Erschaffung der Welt […] seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen (wird), seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar. Denn obwohl sie Gott erkannt haben, haben sie ihn nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern verfielen in ihren Gedanken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren“ (Röm 1,19-22). Mit ihrer „Ungerechtigkeit haben sie die Wahrheit in Fesseln gelegt“, das heißt, sie lieben den tödlichen Genuss der Sünde mehr als Gott (vgl. 2 Tim 3,4). Sie nennen das Böse gut, weil sie sich weigern, sich den Geboten Gottes zu unterwerfen.

Die heutige Opposition gegen die katholische Kirche ist nur vordergründig ein ideologischer Aufstand; im Kern ist es eine Rebellion, die aus der Ablehnung moralischer Forderungen resultiert, insbesondere im Bereich der Sexualität.

Der Bereich der menschlichen Sexualität ist ein besonderer Ort der Gegenwart Gottes. In Marias Schoß wurde der Sohn Gottes durch die Kraft des Heiligen Geistes zum wahrhaften Menschen. In den Körpern der Frau bringt Gott, der Herr, neue Menschen ins Dasein. Nach Gottes Plan hat der Geschlechtsverkehr daher eine übernatürliche Dimension und soll die reine Liebe zum Ausdruck bringen, das heißt die selbstlose Hingabe des ganzen leiblich-geistigen Reichtums der menschlichen Person an die Person des Ehepartners – für immer. Nur in der sakramentalen Vereinigung der Ehe kann eine solche Gabe stattfinden, und das Recht zum Geschlechtsverkehr wird nur von Christus im Sakrament der Ehe gegeben. Der heilige Paulus nennt die innige, sakramentale Vereinigung der Eheleute in Christus ein großes Geheimnis (vgl. Eph 5,32). Im Bereich der menschlichen Sexualität ist also das große Geheimnis der göttlichen und menschlichen Liebe verborgen. Die Sexualität darf niemals bagatellisiert werden. Alle Versuche, sie auf bloße physiologische Aktivitäten zu reduzieren und dadurch das große göttliche Geheimnis der Liebe und das große göttliche Geheimnis der Schöpfung menschlichen Lebens zu eliminieren, müssen entschieden abgelehnt werden. Die Freude an der Vereinigung der Geschlechtsorgane darf niemals als Selbstzweck betrachtet werden, sondern als Mittel zu einem Zweck, nämlich dem Leben eines neuen Menschen und dem gegenseitigen Geschenk der Liebe in Jesus Christus.

Ein liberaler Sexualwissenschaftler, der alles auf Technik und Physiologie reduziert und stolz die Wahrheit über die menschliche Sexualität, die Gott offenbart hat, ablehnt, ist ein sehr gefährlicher Ignorant, der Menschen, die um Hilfe bitten, großen Schaden zufügt. Das sechste und neunte Gebot des Dekalogs sowie die Lehre Jesu von der Reinheit des Herzens zeigen den Weg zur Reife in der Liebe. Wenn sexuelle Freude jedoch nicht dem Gesetz der Liebe unterworfen wird, wird sie zu einer zerstörerischen und versklavenden Kraft für den Menschen. Gott sagt uns, dass der menschliche Körper niemals als Objekt der Befriedigung von lüsterner Leidenschaft behandelt werden darf. „Das ist es, was Gott will: eure Heiligung – dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen“ (1 Thess 4,3-5).

Gott, der den Menschen mitsamt der Sexualsphäre erschaffen hat, ist der einzige Experte auf diesem Gebiet. Er allein weiß, was gut und was schlecht für uns ist. Deshalb sagt Er  entschieden „Nein“ zu allen Arten von Sünden der Unreinheit. Jede bewusste und willentliche sexuelle Handlung außerhalb des reinen Ehelebens ist ein egoistischer Akt der Selbstzentrierung und zerstört daher die Liebe, führt den Menschen in die Realität der Hölle des Egoismus, den geistigen Tod, in die Knechtschaft der bösen Mächte. Diese geistige Tragödie ereignet sich im vorehelichen Verkehr, außerehelichen Zusammensein, durch die Anwendung von Verhütungsmitteln, das Betrachten von Pornografie, die Ausübung von Homosexualität, Petting, Masturbation und anderen Formen bewusster und willentlicher Provokation sexueller Freude. Die Gottesmutter hat in Fatima davor gewarnt, dass die Sünden der Unreinheit die meisten Menschen in die Realität der Hölle führen, also in den absoluten Egoismus.

Der Bereich der menschlichen Sexualität ist ein Ort besonderer Gegenwart Gottes, aber auch der Versuchung zum Bösen. Unordnung im Bereich der Sexualität beeinflusst die gesamte menschliche Person und alle ihre Handlungen. Eine Person, die Unordnung im sexuellen Bereich hat, überträgt diese Unordnung in den Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen und wird so zur Ursache für großes Übel, verschiedener Unglücke und Dramen.

Vittorio Messori, einer der größten zeitgenössischen katholischen Schriftsteller und Apologeten, erinnert sich, dass er vor seiner Bekehrung in Frauen hauptsächlich eine Quelle physischer, sexueller Freude sah. Das angestrebte Ziel jeder neuen Bekanntschaft mit einem Mädchen war für ihn, eine intime Annäherung herbeizuführen. Nach seiner Bekehrung vollzog sich in Messoris Leben eine radikale Veränderung in seiner Einstellung zur Sexualität. Zuerst zerstörte er das Notizbuch mit Telefonnummern und Adressen verschiedener Frauen, mit denen er sich traf, sobald er das Bedürfnis verspürte. Messori zerriss dieses Notizbuch in kleine Stücke und warf es in den Müll. Er schreibt, dass er beim Zerreißen schmerzhaften Kummer und gleichzeitig Befreiung fühlte. Er gibt auch zu, dass ihn nach seiner Bekehrung die Versuchungen der Völlerei und der Unreinheit am meisten quälten, denn in diesen Bereichen fanden die größten geistlichen Kämpfe seines Lebens statt. Der Sieg wurde und wird durch beharrliches Gebet, häufige Beichte und durch die tägliche Eucharistie errungen. Jesus sagt: „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15,5). Ohne Christus kann niemand die Reinheit des Herzens bewahren. Deshalb müssen wir uns mit all unserer Sündhaftigkeit und Schwäche an Jesus klammern und ihm erlauben, uns zu heilen und zu pflegen.

Bewegung der Reinen Herzen

Die Zeit der Jugend ist ein Schatz, den Christus in deine Hände gelegt hat – daran hat uns der heilige Johannes Paul II. sehr oft erinnert. Auf dem VI. Weltjugendtag in Częstochowa im Jahr 1991 sagte er: „Verfallt nicht in Mittelmäßigkeit, unterwerft euch nicht dem Diktat der wechselnden Mode, die euch einen Lebensstil aufzwingt, der mit den christlichen Idealen unvereinbar ist, lasst euch nicht von den Illusionen des Konsums täuschen. Christus beruft euch zu großen Dingen. Enttäuscht Ihn nicht, denn dadurch würdet ihr euch selbst enttäuschen“. Aber wie erkennen, wozu Christus dich persönlich beruft, welchen Plan er für dich hat?

Um den Willen Gottes für dich zu entdecken und anzunehmen, ist ein reines Herz erforderlich. Nur ein Mensch mit einem reinen Herzen kann die Stimme Gottes in sich hören. Nur wer ein reines Herz hat, kann die Lebensaufgabe mutig annehmen, egal welche Berufung Gott ihm gegeben hat – sei es zur Ehe, zum Priestertum oder zum Ordensleben, oder auch zur Berufung, nur für ihn in Einsamkeit zu leben. Heute lädt Jesus dich ein, die wichtigste Lebensaufgabe zu übernehmen, nämlich die, zur Liebe zu reifen. Und er gibt dir ein konkretes Werkzeug, das dir bei dieser Reifung helfen wird: die Bewegung der Reinen Herzen.

Unabhängig davon, wie deine Vergangenheit aussah, vertraue dich Jesus an – so wie du bist – und lerne von Ihm, mit reiner Liebe zu lieben. Jesus möchte dich zu einem neuen, freien Menschen machen, der lieben kann. Es gibt nur eine Bedingung – du musst es wollen. Dieses Verlangen muss sich darin äußern, dass du alle Sünden aufgibst und dich an Jesus klammerst. Die Anweisungen im BdRH-Weihegebet werden dir dabei helfen.

Übergib vor allem im täglichen BdRH-Weihegebet all deine Schwächen, Abhängigkeiten und destruktiven Gewohnheiten an Jesus und unternehme jeden Tag aufs Neue alles, was dir hilft, rein zu bleiben – nicht nur sexuell. Erinnere dich immer wieder daran, dass du in der Gegenwart Gottes lebst.  Sprich also ununterbrochen mit Jesus und Maria und reserviere dir jeden Tag Zeit für die Heilige Messe und die Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. Frage Jesus um alles und höre Ihn in der Lektüre der Heiligen Schrift. Verweile bei Ihm während der Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. Sei treu im Gebet, unabhängig von deinem Gefühlszustand. Was auch immer geschieht, wecke immer in dir den Wunsch, dich ganz Gott hinzugeben. Bemühe dich auch, regelmäßig zur Beichte zu gehen. Jesus möchte dein Herz reinigen und heilen.

Wenn du schwer fällst, kehre im Sakrament der Buße sofort zu Jesus zurück. Er, in der Person des Priesters, ist immer da und wartet auf dich, weil er dich sehr liebt.

Bei der Bewahrung der Reinheit hilft dir auch, einen konkreten Plan deiner täglichen Pflichten aufzustellen, in dem feste Zeiten für Gebet, Arbeit und Erholung vorgesehen sind. Gehe früh zu Bett, denn der Schlaf zwischen 22.00 und 24.00 Uhr regeneriert den Körper am besten. Vernachlässige nicht die Erholung durch Bewegung an der frischen Luft, am besten indem du einen Sport ausübst. Achte darauf, dass du deine Fähigkeiten entwickeln und anderen dienen kannst – in der Gemeinschaft oder im Ehrenamt.

Um der BdRH beizutreten, gehe zur  Beichte, und wenn du Jesus in der Heiligen Kommunion empfängst, übergebe dich Ihm als Sein alleiniges Eigentum, indem du das BdRH-Weihegebet sprichst.

Damit wir dich in das Buch der reinen Herzen eintragen und dir den Segen schicken können, sende deine Adresse, dein Geburtsdatum und den Tag deines Beitrittes in unsere Gemeinschaft, an unsere Redaktion. Wir ermutigen dich auch, ein Zeugnis zu schreiben. Jesus wünscht sehr, dass du deine Freude über das Finden des Schatzes des Glaubens, die Entdeckung der Schönheit der reinen Liebe, mit anderen teilst, denn Er möchte durch dich die Herzen anderer Menschen erreichen, um ihnen zu zeigen, wo die Quelle wahren Glücks, der Liebe und des ewigen Lebens ist.

Wir wünschen dir Mut, in deinem Glauben an die Liebe Jesu zu bleiben, Ihn täglich als deinen einzigen Herrn und Erlöser anzunehmen. Durch Exerzitien, beharrliches Gebet, Stille, aufrichtige Beichte, Eucharistie und eifrige Erfüllung deiner Pflichten wirst du Jesus erlauben, dich mit seiner Liebe zu verwandeln, damit du unter einem verdorbenen und widerspenstigen Volk als Lichtquelle in der Welt erscheinst (vgl. Phil 2,15).

Pfarrer Marcin Węcławski
Pfr. Janusz Molewski
Pfr. Andrzej Sotek
mit dem Redaktionsteam