In der geistigen Welt gibt es nur zwei Reiche: das Reich des Lichts, in dem Gott herrscht, und das Reich der Finsternis, in dem der böse Geist herrscht. Es gibt kein „Niemandsland“. Der Mensch muss sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen will.
Der Okkultismus, d.h. der Rückgriff auf die Hilfe unbekannter, geheimnisvoller Kräfte, ist für den Menschen sehr gefährlich. Alle Methoden, die Gesundheit, Harmonie, Erkenntnis oder Selbstverbesserung versprechen und die sich an vermeintlich segensreiche Quellen übernatürlicher Kräfte, an kosmische Energien oder an göttliche Naturkräfte wenden, berufen sich in Wirklichkeit auf das Wirken von Dämonen. Indem man sich dem Okkultismus hingibt, unterwirft man sich der Herrschaft böser Geister. Und das endet immer tragisch. Eine übernatürliche Gabe, die nicht von Gott kommt, stammt von einem bösen Geist und kann keine guten Früchte tragen, auch wenn sie zunächst einige Vorteile wie Heilkraft oder Wissen zu bringen scheint. Das sind scheinbare Güter, denn das wahre Ziel des bösen Geistes ist immer, den Menschen zu zerstören, ihn in die Sünde zu verstricken und ihn von Gott zu entfernen. Okkulte Praktiken verletzen das erste Gebot des Dekalogs, sie sind schwere Sünden, die die Beziehung des Menschen mit Gott zerstören. Jesus erklärte Alicia Lenczewska: „Die Todsünde tötet Mich im Heiligtum der Seele des sündigen Menschen. Wenn er in der Sünde verharrt, bin ich in seiner Seele tot, und seine Seele ist tot. […] Aber solange er auf der Welt ist, hat er die Möglichkeit, durch die Versöhnung mit Mir die Seele wieder auferstehen zu lassen.“ (Wort der Unterweisung, 160). Wenn der Mensch jedoch Gott ablehnt, ist er dem zerstörerischen Wirken des bösen Geistes schutzlos ausgeliefert.
Die Kirche warnt
Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, danach aber nichts weiter tun können! […] Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen! Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten“ (Lk 12,4-5). Die Kirche, die den Worten Christi gehorcht, warnt vor spirituellen Gefahren. Im Katechismus der Katholischen Kirche finden wir eine unmissverständliche Lehre: „Sämtliche Formen der Wahrsagerei sind zu verwerfen: Indienstnahme von Satan und Dämonen, Totenbeschwörung oder andere Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft „entschleiern“ [Vgl. Dtn 18,10; Jer 29,8.]. Hinter Horoskopen, Astrologie, Handlesen, Deuten von Vorzeichen und Orakeln, Hellseherei und dem Befragen eines Mediums verbirgt sich der Wille zur Macht über die Zeit, die Geschichte und letztlich über die Menschen, sowie der Wunsch, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen. Dies widerspricht der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung, die wir allein Gott schulden.“ (KKK 2116); „Sämtliche Praktiken der Magie und Zauberei, mit denen man sich geheime Mächte untertan machen will, um sie in seinen Dienst zu stellen und eine übernatürliche Macht über andere zu gewinnen – sei es auch, um ihnen Gesundheit zu verschaffen – verstoßen schwer gegen die Tugend der Gottesverehrung. Solche Handlungen sind erst recht zu verurteilen, wenn sie von der Absicht begleitet sind, anderen zu schaden, oder wenn sie versuchen, Dämonen in Anspruch zu nehmen. Auch das Tragen von Amuletten ist verwerflich. Spiritismus ist oft mit Wahrsagerei oder Magie verbunden. Darum warnt die Kirche die Gläubigen davor. Die Anwendung sogenannter natürlicher Heilkräfte rechtfertigt weder die Anrufung böser Mächte noch die Ausbeutung der Gutgläubigkeit anderer.“ (KKK 2117).
Der heilige Johannes Paul II. wies auf die Gefahr hin, die sich aus der Verbreitung von Praktiken ergibt, die aus dem Fernen Osten stammen: „Es ist vielleicht angebracht, die Christen zu warnen, die sich mit Begeisterung verschiedenen Vorschlägen öffnen, die aus den religiösen Traditionen des Fernen Ostens stammen, zum Beispiel was Techniken und Methoden der Meditation und der Askese betrifft. In bestimmten Kreisen ist dies sogar zu einer Art Mode geworden, die unkritisch übernommen wird“ (Die Schwelle der Hoffnung überschreiten). Kardinal Ratzinger wies auf den grundlegenden Unterschied zwischen westlicher und östlicher Mystik hin: „Das charakteristische Merkmal dieser Art von Mystik [des Yogi] ist die Erfahrung der Identität: der Mystiker versinkt im Ozean der »vollkommenen Einheit« […]. Auf der letzten Stufe dieser Erfahrung wird der Mystiker nicht zu seinem Gott sagen: »Ich bin Dein«, sondern seine Formel wird sein: »Ich bin Du«“. (Glaube-Wahrheit-Toleranz). Es lohnt sich auch, hier die Worte von Schwester Michaela Pawlik zu zitieren, die viele Jahre in Indien gearbeitet hat: „Die Wirkungen der westlichen und östlichen Mystik sind einander völlig entgegengesetzt. Es sind nicht verschiedene Wege, die zum selben Gipfel führen, sie erreichen ganz entgegengesetzte Gipfel: den Gipfel der Demut und den Gipfel des Stolzes! Die einen erreichen die Wahrheit, die anderen die Illusion“.
Das Bewusstsein der Sünde
Der Trend, so schrieb der Heiliger Johannes Paul II., Praktiken aus einer Spiritualität aufzugreifen, die dem Christentum fremd sind und die steigende Beliebtheit heidnischer Rituale, stumpfen das Gewissen vieler Menschen ab. Es ist leichter, das eigene Handeln zu rechtfertigen, wenn „andere es auch tun“. Es ist jedoch schwieriger, die Wahrheit über die Bedrohung durch die Sünde und die reale Wirkung des bösen Geistes anzunehmen. Der heilige Johannes Paul II. lehrte in seinem Brief zum ersten Weltjugendtag: „Man muss ständig nach den Wurzeln des Bösen und der Sünde in der Geschichte der Menschheit und des Universums greifen – so wie Christus in seinem österlichen Geheimnis von Kreuz und Auferstehung nach dieser Wurzel gegriffen hat. Man darf nicht zögern, den ersten Urheber des Bösen beim Namen zu nennen: der Böse. Die Taktik, die er anwandte und anwendet, besteht darin, sich nicht zu offenbaren – so dass das Böse, das er von Anfang an gesät hat, aus dem Menschen selbst, aus den Systemen und Ordnungen herauswächst: zwischenmenschlich, zwischen den Klassen, international… Damit es zunehmend zur »strukturellen« Sünde wird und immer weniger als »persönliche« Sünde identifiziert werden kann… Damit der Mensch sich irgendwie »von der Sünde befreit« fühlt, während er gleichzeitig immer tiefer darin versinkt. […] Denn man kann die Welt nicht von Gott trennen und sie im Herzen des Menschen Gott entgegenstellen. Und man kann den Menschen nicht von Gott trennen und ihn Gott entgegenstellen. Denn das ist gegen die Natur der Welt und gegen die Natur des Menschen – gegen die innere Wahrheit, die die ganze Wirklichkeit ausmacht. Das menschliche Herz ist wirklich unruhig, bis es in Gott ruht“ (Parati semper, 15). Die Abkehr von Gott, ein Leben in Sünde, hat tragische Folgen. Dies zeigen eindringlich die Zeugnisse von Personen, die in verschiedene Arten spiritueller Gefahren verwickelt waren und ihre Erfahrungen mit unserer Redaktion teilten. Einige davon sind sehr erwähnenswert.
Folgen einer Reiki-Sitzung
Die Auswirkungen einer „heilenden Reiki-Behandlung“ spürt Frau Barbara noch heute. „Die ersten Symptome dieser Behandlung machten sich schon am nächsten Tag bemerkbar. Ich hatte große Angst, ein Ziehen im Magen und das Gefühl, als würde man mir die Haut von meinem Gesicht abziehen. Mit der Zeit nahmen diese Symptome an Intensität und Vielfalt zu. Es gab ein Summen in meinem Kopf, das sich zu einem brennenden Gefühl in meinem Gesicht und einem Druck auf meinem Rücken und meiner Brust entwickelte. Am beängstigendsten war jedoch die Erfahrung, dass mich sehr schwere Hände niederdrückten und sich über meinen Körper bewegten. Als ich auf der Couch lag, fühlte ich, wie andere Hände um mich herum in der Luft vibrierten. Je schneller diese Vibration war, umso härter schlug eine solche Pranke auf meinen Körper ein, was mir immense Schmerzen bereitete. Außerdem spürte ich Zähne, die sich in meinen Körper gruben, und Krallen, die an mir kratzten. Der Höhepunkt meines Schmerzes war das Gefühl von Nadeln, die sich zwischen meine Haut und meinen Körper entlang der Wirbelsäule bohrten. All diese Symptome traten gleichzeitig auf, an Schlaf war nicht zu denken. Mir wurde klar, dass dies ein Angriff böser Mächte war. Erschöpft und völlig verzweifelt durch die Verfolgung durch die bösen Geister, beschloss ich, meinem Leben durch Selbstmord ein Ende zu setzen. Ich empfahl mich der Barmherzigkeit Gottes und begann, meine Adern zu durchtrennen…. Genau in diesem Moment rief mein Nachbar an. […] Mir wurde klar, dass meine einzige Rettung Jesus ist. Tag und Nacht schrie ich zum Herrn um Rettung. Dank des inbrünstigen Gebets, des häufigen Empfangens der Sakramente, des Fastens bei Brot und Wasser und der Gebete von Menschen aus der Erneuerung im Heiligen Geist, sind all diese Belästigungen durch den bösen Geist fast vollständig verschwunden. Gelegentlich kehren einige Symptome zurück, aber ich habe keine Angst mehr vor ihnen; heute betrachte ich diese Angriffe des Bösen als Ansporn zu intensiverem Gebet, zur völligen Hingabe an Jesus. Ich verstehe jetzt, dass der Herr in seiner Liebe diese Angriffe des Bösen auf mich zugelassen hat, um mich zu intensiverem Gebet und häufigerem Empfang der Sakramente zu bewegen.“
Die Silva-Methode der Gedankenkontrolle
Tom litt unter einer Pornosucht und suchte nach Hilfe, um davon loszukommen. Auf die Empfehlung eines Freundes besuchte er einen Kurs nach der Silva-Methode. „In den ersten beiden Tagen dieses Kurses wurden verschiedene pseudo-psychologische Methoden vorgestellt, die angeblich die Gedächtnisleistung steigern und die geistige Leistungsfähigkeit verbessern sollten. Am letzten Tag wurde uns gezeigt, wie man Krankheiten aus der Ferne diagnostizieren und behandeln kann. Es war insofern erstaunlich, als dass ich am eigenen Leib die Existenz einer Realität erlebte, die mir unbekannt war und die funktionierte. Heute weiß ich, dass es sich um Spiritismus handelte und dass dieses Wissen von Dämonen stammte. Nach Abschluss des Kurses, begann ich, meine neuen Fähigkeiten mit Begeisterung zu praktizieren und meiner Familie von dieser ‚magischen‘ Welt zu erzählen. […] Die Monate vergingen, und anstatt sich zu bessern, verschlechterte sich mein Zustand. Zu den bereits vorhandenen Problemen kamen weitere hinzu – ich wurde immer trauriger und nervöser. Seltsame Dinge geschahen mit mir: Ich hatte immer häufiger Horrorträume und erwachte in panischer Angst. Ich fürchtete mich zu schlafen, weil ich das Gefühl hatte, dass jemand mit mir im Zimmer ist. Manchmal hatte ich beim Meditieren das Gefühl, als würde mich jemand würgen. Auch Selbstmordgedanken kamen auf. […] Glücklicherweise vergaß Gott mich auch in diesem Zustand nicht. Der erste Hoffnungsschimmer tauchte auf, als mir ein Freund meiner Eltern sagte, dass die Meditation, die ich praktizierte, gefährlich sei, und mir empfahl, mir das Zeugnis von Pater Jacques Verlinde anzuhören. […] Mir wurden die Augen geöffnet – ich sah mich selbst in seiner Geschichte und erkannte, dass das, was ich tat, die Ursache für meine Probleme ist. Von da an hörte ich auf zu meditieren und ging zur Beichte. Von diesem Moment an verschwanden alle außergewöhnlichen Erfahrungen“.
Verstrickt in Yoga
Wiesław hörte im Radio, dass Yoga Entspannung bietet, die ein gutes Wohlbefinden sichert. Ermutigt besuchte er den beworbenen Kurs. „Ich hatte keine Ahnung, was Yoga ist, aber es schien mir die Lösung für meine Probleme zu sein. Also begann ich, östliche Meditation zu praktizieren. […] Natürlich hörte ich auf, in die Kirche zu gehen, um mich spirituell, geistig und finanziell in »völliger Freiheit« zu entwickeln… Die Teilnehmer an diesen Kursen waren Menschen mit höherem Schulabschluss, die meisten von ihnen sehr hilfsbereit und sensibel, aber verletzt, aus zerrütteten Familien, die wie ich in Sünde lebten. Unter ihnen waren Ärzte, Anwälte, Lehrer und Geschäftsleute. Nachdem drei Monaten an den Treffen teilgenommen hatte, ging es mir viel besser, ich hörte auf zu trinken und zu rauchen. […] Das Böse wirkt durch Magie in zwei Richtungen. In der ersten Phase scheint es dem Menschen zu dienen, der sich oft nicht bewusst ist, dass er sich dem Wirken Satans öffnet – so bekam ich sehr schnell, was ich erwartete: Ich wurde meine Süchte und meine schlechte Laune los. […] Man muss daran denken, dass Satan erst dann anfängt, große Aggression zu zeigen und versucht, einen Menschen zu zerstören, wenn er sich von ihm lösen und radikal für die Lehren Jesu Christi eintreten will. […] Es gab Zeiten, in denen ich mich zurückziehen wollte. Aber ich konnte es nicht – die Entspannungsübungen wirkten wie ein Magnet auf mich, stärker als jede Sucht. Heute bin ich mir bewusst, dass es Fesseln waren, Fesseln des Satans. […] Nachdem ich 11 Jahre lang nicht in die Kirche gegangen war, kniete ich nieder und fragt Gott vor den Augen des Guru: »Gott, sag mir, was ist hier los! Wo bin ich?« Und der Herr erbarmte sich meiner! Sofort erhellte mich das Licht des Heiligen Geistes. Ich verstand, dass dies eine Sekte ist und dass der Guru die Köpfe derer kontrolliert, die an den Yoga-Kursen teilnehmen, dass wir zu willenlosen Werkzeugen in den Händen Satans geworden sind. Ich entschied sofort: Ich gehe weg, ich fliehe. Leider erkannte der Guru, dass ich jetzt wusste, wer er ist – und dann brach die ganze Hölle über mich herein! Sofort endete mein durch Satan auf Sand gebautes gutes Befinden. Der Horror begann, ich konnte nicht mehr logisch denken. Satan schlug auf meinen Körper, meine Psyche und materielle Dinge ein.
[…] Ich spürte, dass die Rettung für mich Jesus Christus war, der in der Kirche gegenwärtig ist. Es blieb jedoch ein ernstes Problem: Ein halbes Jahr lang konnte ich nicht in die Kirche gehen, ich konnte nicht beten, vor allem nicht den Rosenkranz, der eine wirksame Waffe gegen Satan ist. Ich ertrug es auch nicht Radio Maryja zu hören. Oft lag ich vor dem Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau-Łagiewniki – dort war es etwas leichter für mich. Satan rächte sich: Er nahm mir die Kraft, die Energie und den Lebenswillen. Meine Seele war unter den Felsbrocken der Sünden begraben, vor allem unter dem Stolz. […] Schließlich konnte ich die Basilika der Göttlichen Barmherzigkeit betreten und zur Beichte gehen. Es war überraschend – keine Vorwürfe. Der Priester sagte: »Jesus liebt dich. Er kann gar nicht anders und vergibt dir all deine Sünden«. Aber ich konnte nicht beten, schwarze Gedanken überfielen mich. Ich begann ein Vaterunser oder ein Ave Maria und wusste nicht, wie die Gebete weitergehen…. Aber ich versuchte es immer wieder und kämpfte weiter. Erst die Messe, die in meiner Wohnung gefeiert wurde, die Gebete des Exorzisten über mir und in meinem Haus, haben die Ketten des Bösen gebrochen. Und dann geschahen unglaubliche Dinge: Mein Vater, der mich bis dahin verflucht hatte, segnete mich endlich, mein Sohn hörte auf Drogen zu nehmen und auch bei meiner Tochter wurde es besser. Ich bemerkte, dass, wenn ich bete, Satan hinter der Tür meines Geistes warten muss. […] Ich habe alles auf Christus und seine heilende Kraft in der Kirche gesetzt. Und das hat mich gerettet. […] Bei meiner Genesung von den Fesseln des Okkulten helfen mir neben dem täglichen beharrlichen Gebet, den Sakramenten der Buße und der Eucharistie auch das Fasten und das Almosengeben sowie die Wallfahrten zu heiligen Orten.“
Rettung in Gott
Die oben genannten Zeugnisse zeigen, dass sich der Mensch nur durch die Macht Gottes von der Herrschaft des bösen Geistes befreien kann. Durch das Sakrament der Beichte und der Eucharistie sowie durch beharrliches Gebet heilt Gott die Seele des Menschen und zerreißt die Fesseln der Sünde. Jesus lädt jeden Sünder ein, sich dem wundersamen Wirken seiner Gnade zu unterwerfen: „Auch wenn die Seele wie eine verwesende Leiche wäre und eine Belebung, menschlich gesehen, ausgeschlossen und alles schon verloren – so ist es anders bei Gott. Das Wunder der Barmherzigkeit Gottes belebt die Seele vollends.“ (Tagebuch, 1448).





