Vom Atheismus zum Glauben an Gott

Bei einer Messe kniete ich während der Konsekration nicht nieder, sondern stand da, schaute dem Priester direkt in die Augen und dachte mir, dass ich niemals vor diesem Betrug knien würde. Heute bin ich überzeugt, dass dieser Priester damals für meine Bekehrung gebetet hat.

Ich wurde in Ungarn geboren, in einer atheistischen Familie. Meine Eltern haben mich nicht getauft. Sie haben mich so erzogen, als ob es keinen Gott gäbe. Deshalb bin ich nicht in die Kirche gegangen und habe nicht gebetet. Niemand erzählte mir von Jesus. Nachdem ich das Böse in der Welt erfuhr, vor allem in unserer Familie, die weit voneinander entfernt und gespalten war, suchte ich immer wieder nach Antworten auf die Frage, warum dies geschah und was uns aus dieser schwierigen Situation herausführen könnte. Doch ich fand keine Antwort… Als ich aufwuchs, bemerkte ich an mir selbst die Unfähigkeit, mit anderen Menschen in Liebe zu leben. Das beunruhigte mich immer mehr, denn ich träumte davon, eine große, liebevolle Familie zu gründen. Ich danke Gott, dass ich in jener atheistischen Zeit, ohne sakramentales Leben, in der Lage war, teilweise das Böse zu erkennen und ihm nicht nachzugeben, obwohl ich wusste, dass ich auch den Versuchungen dieser Welt nachgeben könnte, um Akzeptanz und Vorteile zu erlangen. Als ich ein Teenager war, zog mein Vater aus dem Haus aus. Einige Jahre später ließ er sich von meiner Mutter scheiden, was natürlich ein sehr schmerzhaftes Ereignis für mich war.

Als ich in meinem letzten Studienjahr war, erlitt mein Vater einen Schlaganfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte sagten sofort, dass es keine Überlebenschancen gäbe, da der vom Schlaganfall betroffene Bereich sehr groß war. Angesichts der Krankheit meines Vaters waren meine Familie und seine Frau der Situation nicht gewachsen. So wurde mir schnell klar, dass ich allein um sein Leben kämpfen musste. In dieser aussichtslosen Situation begann ich zu beten, rezitierte das Vaterunser und das Ave Maria und bat die Muttergottes, das Leben meines Vaters zu retten. Ich besuchte meinen Vater täglich im Krankenhaus. Ich bemühte mich auch, das Krankenhauspersonal kennenzulernen, damit diese Menschen sich gut um den Kranken kümmerten und um sein Leben kämpften, trotz der geringen Chancen auf Genesung. Als ein Familienmitglied emotional mit einer Krankenschwester stritt, fand ich meinen Vater später in einem kritischen Zustand vor. Es stellte sich heraus, dass ein Plastik-Intubationsschlauch so falsch und brutal in seine Lunge eingeführt wurde, dass er schweren Schaden an Kehle und Luftröhre erlitt.

Der Kampf um das Leben meines Vaters dauerte ein halbes Jahr. Ich beteiligte mich daran, indem ich im Verborgenen betete. Ich arbeitete Vollzeit in einer Firma und beendete gleichzeitig das letzte, schwierigste Jahr meines Studiums. Ich war überzeugt, dass sich Arbeit, Studium und die Pflege meines Vaters nicht vereinbaren ließen. Ich war bereit, meinen Job zu kündigen oder das Studium abzubrechen – die Pflege meines Vaters aufzugeben, kam überhaupt nicht in Frage. Aber es hat alles gut funktioniert. Mein Vater überlebte und kehrte in sein Haus zurück. Ich war überzeugt, dass die Gottesmutter geholfen hatte, aber ich habe es damals niemandem laut gesagt.

Umzug nach Polen

Im selben Jahr begann ich ein zweijähriges Führungskräfteprogramm bei einem der größten Unternehmen der Welt. Ich reiste in viele Länder auf mehreren Kontinenten, um die Abläufe in der Lieferkette zu optimieren. Während dieser intensiven, einsamen Zeit blieb ich im Gebet und bat Maria um die Gnade, eine liebevolle Familie zu gründen. Ich träumte davon, obwohl die Verwirklichung dieses Wunsches immer unwahrscheinlicher schien, da mein Leben von Hotel zu Hotel verlief.

Irgendwann stellte sich heraus, dass mein nächstes Projekt im Vereinigten Königreich oder in Polen durchgeführt werden sollte. Ich wollte unbedingt nach England gehen. Ich hatte insgeheim den Plan, dort nach dem Ende des Programms, zu leben. Ich musste lange auf die Entscheidung meiner Vorgesetzten warten. Am Ende entschieden sie, dass ich nach Poznań (Posen, Polen) gehen sollte. Ich war nicht sehr glücklich darüber, aber ich dachte, wenn ich das Projekt dort abgeschlossen habe, würde ich woanders hingehen. Aber Gott, der Herr, hatte andere Pläne für mich….

Als ich in Poznań ankam, mietete ich eine Wohnung mit Blick auf die Kathedrale. Es fehlte nicht viel, und ich hätte eine andere, zuerst besichtigte Wohnung gewählt, die sich – wie sich später herausstellte – genau gegenüber der Wohnung des Mädchens befand, das meine Frau wurde! Gott, der Herr, führte mich auf seinen Wegen und ermöglichte es mir, diese Person zu treffen, die zu meiner Bekehrung beitrug. Ich verliebte mich in dieses polnische Mädchen, dank dem ich mehrmals die Messe besuchte, aber in der Kirche stand ich wie ein passiver Beobachter. Ich war immer noch ein Atheist und ein Feind der Kirche.

Glaubensbekenntnis

Ich erinnere mich, dass ich bei einer Messe während der Konsekration nicht kniete, sondern stand, dem Priester direkt in die Augen sah und mir dachte, dass ich niemals vor diesem Betrug knien würde. Heute bin ich überzeugt, dass dieser Priester damals für meine Bekehrung gebetet hat. Es war jedoch meine zukünftige Frau, die am meisten für diese Anliegen gebetet hat. Durch die Liebe zu ihr und gleichzeitig durch das Gefühl der Last meiner eigenen Vergehen erlebte ich tiefe Reue für meine Sünden. Ich weinte über meine eigenen Sünden und schrie in meinem Herzen zu Gott um Hilfe. Es war sehr schmerzhaft für mich zu erkennen, dass ich mit meinen Sünden die Person verletze, die ich so sehr liebe.

Eines Tages gestand ich meiner Freundin zufällig, dass ich manchmal zu Gott bete. Dieses einfache Bekenntnis erwies sich als ein wichtiges Ereignis in meinem Leben und ich betrachte es als den Moment meiner Bekehrung. In dem Augenblick, in dem ich meinen Glauben vor einem anderen Menschen bekannte, fühlte ich mich, als wäre ich aus einem Traum erwacht. Ich erkannte, dass ich ein gläubiger Mensch war und dass ich Gott durch die Muttergottes sehr liebe. Ihre Güte, Vollkommenheit, Reinheit und Schönheit haben mich tief berührt. In diesem Moment kam es auch zu einer plötzlichen Änderung meiner Haltung zu kultischen Gegenständen, die mit der katholischen Kirche verbunden sind. Zuvor empfand ich tiefe Abneigung gegen Kirchengebäude und das Kreuz, die ich immer mit Beerdigungen assoziierte. Nach meinem Glaubensbekenntnis verspürte ich eine äußerst starke und unverständliche Faszination für die Kirche und die Heilige Schrift. Ich wollte ständig in der Kirche sein. Besuche in katholischen Kirchen wurden von da an zu einem festen Bestandteil der Treffen mit meiner Freundin. Mein Herzenswunsch war es, nach Polen zu ziehen und dort eine Familie zu gründen, aber die mangelnden Sprachkenntnisse und die daraus resultierenden fehlenden Arbeitsmöglichkeiten ließen mich nicht viel Hoffnung auf die Verwirklichung dieses Traums haben. Also griff ich nach dem Rosenkranz, den ich gerade gekauft hatte, und betete zu Maria um Hilfe. Und sie half wieder! Ich bekam eine Stelle bei einem großen Unternehmen in Warschau. So war ich glücklich, für immer nach Polen zu ziehen. Nach einer Reihe von Katechesen durch einen polnischen Priester, der perfekt Ungarisch sprach, ließ ich mich taufen. Als Schutzpatron wählte ich den heiligen Paulus, der – wie ich – vor seiner unerwarteten Bekehrung die Kirche verfolgt hatte.

Ich wurde in der katholischen Kirche in Polen getauft. Unmittelbar vor meiner Bekehrung las ich ein Buch mit Aussagen des Heiligen Johannes Paul II. Es war die erste geistliche Lektüre in meinem Leben. Heute lese ich alle geistlichen Lektüren auf Polnisch: Die Heilige Schrift, das Leben der Heiligen, die Zeitschrift „Bleibt in Liebe“ (früher „Liebt einander!“) und Bücher von großen polnischen Priestern. Ich bete auch auf Polnisch. Ich glaube fest daran, dass Gott Polen in der Endzeit eine wichtige Aufgabe zugewiesen hat, die es erfüllen wird, indem es sich der Muttergottes hingibt. Ich bin dem Herrgott dankbar, dass er mein Leben gerettet und mich nach Polen gebracht hat, wo ich unter dem Banner Mariens geistig kämpfen kann.

Parallel zur Vertiefung meiner Beziehung zu Gott kam es in meinem Unternehmen zu einer zunehmend aggressiven Ideologisierung. Diese Situation veranlasste mich, in diesem und anderen Unternehmen zu kündigen und eine Beschäftigung außerhalb der Konzerne zu suchen. Dies war eine große Herausforderung für mich, da ich damals noch nicht gut Polnisch sprach, was eine Voraussetzung für die Arbeit in kleineren Unternehmen war.

Aber ich kämpfte wieder mit einem Rosenkranz in der Hand, lernte jeden Tag die polnische Sprache und schaffte es Schritt für Schritt, mein Berufsleben neu zu ordnen. Das alles verdanke ich der Muttergottes!

Durch das Kreuz zur Herrlichkeit

Nach meiner Bekehrung hatte ich viele geistliche Erfahrungen, durch die Gott zu mir sprach und mich auf den Weg der Nachfolge brachte. Jesus ließ mich wissen, dass ich, um mit Ihm vereint zu sein, unbedingt die Gnade Gottes brauche, denn aus eigener Kraft können wir nichts tun. Diese Gnaden wurden von Gott im „Garten Mariens“ verborgen. Der eucharistische Altar ist unsere Rettung. Durch ihn können wir uns vor den Angriffen des Bösen verbergen. Dazu ist es jedoch notwendig, dass wir Gott unseren freien Willen aufopfern. Dies erfolgt durch die Hände Mariens. Die Einheit mit Jesus ist nur durch das Opfer am Kreuz möglich, wobei der Weg durch den eucharistischen Altar und durch das Herz Mariens führt. Meine Hauptaufgabe als Ehemann ist es, die Liebe zu meiner Frau aufzubauen. Ich habe erkannt, dass es notwendig ist, radikal gegen die Sünden zu kämpfen.

Eines Tages erhielt ich von Gott die Gnade, den ganzen Tag im Bewusstsein der Vereinigung mit dem Kreuz Jesu zu leben. Den ganzen Tag über erlebte ich Angriffe, Hass oder stand vor unglaublichen Problemen. Doch ich ertrug sie mit Freude. Zu anderen Zeiten erhielt ich die Gnade, Jesus den ganzen Tag über durch Maria zur Rettung der Seelen zu dienen. Jeder Augenblick, jede graue, scheinbar unbedeutende Handlung war von unerhörtem Wert, weil ich sie durch Maria Jesus schenkte und nicht mit der Absicht, mein eigenes weltliches Interesse zu verfolgen. Diese beiden Tage waren die glücklichsten Tage meines Lebens, weil ich mit ihnen die Gegenwart Jesu und Mariens erlebte. Ich glaube, ich habe diese Gnaden empfangen, damit ich mich freue, zu wissen, zu welch glücklichem Leben mich Gott berufen hatte. Diese Erfahrung hat mir in den Zeiten der Prüfungen Kraft gegeben. Wenn wir den Kreuzweg Jesu Schritt für Schritt gehen, stirbt unser Ego, so dass wir nur noch Gott dienen und nur noch für ihn leben. Das Kreuz Jesu ist schmerzhaft, aber gleichzeitig auch süß. Ich sehne mich danach, jeden Augenblick meines Lebens mit Jesus am Kreuz vereint zu sein.

Einmal ging ich vierzehn Tage lang nicht zur Messe, woraufhin ich die Gnade eines geistigen Erwachens empfing und erkannte, dass dies eine schwere Sünde war. Ich rannte sofort in die Kirche, um zu beichten und die heilige Kommunion zu empfangen. In der Nacht sah ich einen bösen Geist, der wütend über meine Beichte war. Mit respektloser Stimme wiederholte er immer wieder, dass die Beichte und die Messe absolut nichts bedeuten. Ich griff nach dem Rosenkranz. Der böse Geist verließ mich. Seitdem weiß ich, dass die Messe und die Beichte eine enorme Bedeutung haben und Sakramente sind, die unsere Seelen wirklich retten. Nach diesem Ereignis konnten mich nicht einmal Covid und alle gesundheitlichen Einschränkungen von diesen Sakramenten abhalten, auch nicht, als ich manchmal die Messe vor der Kirche besuchen musste, weil die Türen zum Altarraum geschlossen waren.

Ein äußerst wichtiges Ereignis in meinem Leben war die Weihe an die Muttergottes. Bei meinem ersten erfolglosen Versuch, die 33-tägige Vorbereitung auf die Weihe zu absolvieren, erkrankte ich einen Monat lang an einer seltsamen Krankheit, die die Ärzte nicht diagnostizieren konnten. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Kombination mehrerer Krankheiten gleichzeitig. Solche gleichzeitigen, ineinandergreifende Angriffe sind eine Taktik, die der Böse oft anwendet und die Verwirrung stiften soll. Beim zweiten Mal, ein paar Tage nach Beginn der Vorbereitung auf die Weihe, riss in unserem Auto der Zahnriemen. Dies war umso merkwürdiger, als das Auto nur 40.000 Kilometer gelaufen war. Es stellte sich heraus, dass der Mechaniker ein Jahr zuvor vergessen hatte, eine der Schrauben richtig anzuziehen… Dann hatte ich einen Traum, in dem Gott mir zeigte, dass man vor dem Bösen weder fliehen noch sich davor verstecken kann. Also nahm ich in diesem Traum ein Schwert in die Hand und fasste den festen Entschluss, das Böse zu bekämpfen. Beim dritten Versuch der Weihe verstand ich, worum es ging, als ich die verzweifelten Kämpfe des Bösen sah, mich von der Weihe an Maria abzuhalten. Zwei Tage nach Beginn der Vorbereitung begann in der Wohnung direkt unter uns eine Generalrenovierung. Anderthalb Monate lang machte das Bauteam viel Lärm, manchmal schon am frühen Morgen. Der Lärm war unerträglich, aber ich gab nicht auf. Ich habe die 33-tägige Vorbereitung abgeschlossen und mich Maria geweiht. Der Böse arbeitet sehr hart, um uns von der Muttergottes fernzuhalten. Lassen wir das niemals zu! Maria ist voller Gnade, also des Heiligen Geistes. Sie trug das Wort Gottes in ihrem jungfräulichen Schoß. Sie war der erste Tabernakel der Welt. Bis heute fasziniert mich die Beziehung außergewöhnlicher Nähe zwischen Maria und Jesus.

Vergebung

Schockierend war der Angriff des Bösen an mehreren Fronten, jedes Mal, wenn ich mich Maria näherte. Sich dessen bewusst zu werden, war eine wichtige Gnade, die ich von Gott erhielt und die für den geistlichen Kampf notwendig ist. Maria schenkte mir durch das Rosenkranzgebet die Gnade, meinem Vater und meinem Bruder vollständig zu vergeben. Nachdem ich viele Jahre lang mit dem Problem der Unversöhnlichkeit gekämpft hatte, verschwand plötzlich auf wundersame Weise, während des dafür gebeteten Rosenkranzgebets, der Hass und ich wurde frei. Das war die Gnade der Heilung der Seele. Jahrelang kämpfte ich aus eigener Kraft gegen dieses Problem und konnte es nicht lösen, aber Maria hat es– einfach so – in Ordnung gebracht.

Seitdem bete ich für die Menschen in meiner ungläubigen ungarischen Familie. Wenn jemand aus meiner Familie stirbt, bestelle ich eine Messe für diese Person und bitte die Gottesmutter um ihre Fürsprache. Ich bete auch für die Seelen von längst verstorbenen Familienmitgliedern, besonders wenn ich erfahre, dass niemand nach ihrem Tod die Eucharistie bestellt hat.

Familie

Durch das Beten des Rosenkranzes habe ich von Maria das Geschenk der Nachkommenschaft erhalten. Heute bin ich der glückliche Vater von drei Kindern.

Ich danke Gott für meine Frau, die mit ihrer Liebe der „Funke“ war, der mich zur Bekehrung führte. Ich danke Gott, dass er mich nach Polen gebracht, meine Seele gerettet und mich zum Mitglied der katholischen Kirche gemacht hat.

Es fasziniert mich, dass, nach so vielen Jahren in denen ich Jesus immer tiefer kennengelernt habe, mein analytischer Verstand nicht einen einzigen Widerspruch in seiner Lehre entdeckt hat. Vielmehr bin ich zunehmend beeindruckt, dass darin alles bemerkenswert stimmig ist. Das liegt daran, dass Jesus die Wahrheit ist. Wenn wir auch nur einen Punkt in der Heiligen Schrift ändern oder auch nur ein Gebot verbiegen würden, dann würde die ganze Lehre auseinanderfallen, genauso wie wenn wir versuchen würden, irgendeinen Teil der Struktur des Universums zu ändern.

Ich danke Gott für die Herausgeber von „Bleibt in Liebe“ und für die Priester, die mich evangelisieren. Ich glaube an die berühmte Prophezeiung, dass: „der Funke wird von Polen ausgehen“ und „der Sieg, wenn er denn kommt, wird durch Maria kommen“.

Adam