Jährlich werden in Hollywood über 400 Filme produziert. Im gleichen Zeitraum werden in den USA 11.000 pornografische Filme gedreht. Durch das Internet und Smartphones haben fast alle Menschen weltweit, einschließlich Kinder, Zugang zu diesen Inhalten. Solche Materialien sind genauso gefährlich wie harte Drogen…
Studien in Polen zeigen, dass das Durchschnittsalter, in dem Kinder zum ersten Mal pornografische Inhalte sehen, bei 11 Jahren liegt. Für die meisten dieser Minderjährigen war das Smartphone oder Mobiltelefon mit Internetzugang das Werkzeug, um solche Inhalte zu konsumieren. Zudem haben mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen angegeben, dass ihre Eltern nie mit ihnen über das Ansehen von Pornografie und die möglichen Konsequenzen gesprochen haben. Es herrscht weiterhin die weit verbreitete Ansicht, dass Pornografie nicht schädlich ist und sogar einen positiven Einfluss auf die menschliche Sexualität haben kann.
Einfluss auf das Gehirn
Valerie Voon, Neuropsychologin an der Universität Cambridge, hat die Auswirkungen von Pornografie auf das menschliche Gehirn untersucht. Sie fand heraus, dass es Ähnlichkeiten zwischen Menschen gibt, die von Pornografie abhängig sind, und solchen, die von Drogen abhängig sind. Das ist darin begründet, dass Pornografie auf das Gehirn wie eine harte Droge wirkt. Sie ist ein so starker Reiz für den Körper, dass sie eine unnatürlich hohe Ausschüttung von Dopamin – dem so genannten Glückshormon – im Gehirn bewirkt. Anhaltend hohe Dopaminausschüttungen verändern die Struktur des Gehirns (indem sie neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen schaffen und diese Verbindungen mit dem Protein ΔfosB fixieren), so dass der Betroffene einen Zwang verspürt, das Verhalten zu wiederholen, das zu diesem hohen Glückshormonspiegel geführt hat. Um sich gegen die Dopaminüberlastung zu wehren, schaltet das Gehirn einige seiner Rezeptoren ab. Dies hat zur Folge, dass die Person einen immer stärkeren Reiz (immer mehr Dopamin) benötigt, um die gleiche Reaktion hervorzurufen. Im Falle der Pornografie konsumiert sie der Nutzer immer häufiger oder er wendet sich einer stärkeren Art von Pornografie zu. So funktioniert der Teufelskreis der Sucht. Normale, alltägliche Vergnügungen wie Gespräche mit geliebten Menschen, eine leckere Mahlzeit oder ein Spaziergang sind nicht mehr befriedigend, da sie keine so starken Reize darstellen. Darüber hinaus treten beim Versuch, mit der Pornografie aufzuhören, Entzugserscheinungen auf.
Auswirkungen der Pornografie-Sucht
Die Abhängigkeit von Pornografie zerstört den Menschen auf physischer, psychischer und spiritueller Ebene. Zu den Folgen dieser Sucht zählen unter anderem: sexuelle Funktionsstörungen, Veränderungen in den Frontallappen der Hirnrinde (impulsives Verhalten, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Verlust der Fähigkeit Gefahren vorherzusehen), objektivierende Behandlung anderer Menschen, egoistische Befriedigung eigener Bedürfnisse, Trennung von Sex und Beziehung sowie Verantwortung, Verlust des freien Willens, tiefe Depressionen und Selbstverachtung, Zerstörung von Beziehungen zu anderen Menschen und Versklavung durch schwere Sünden. Darüber hinaus sperrt die Pornografie die Menschen in eine fiktive Welt voller Gewalt, in der Menschen – insbesondere Frauen – verletzt und objektiviert werden. Den Konsumenten dieser Materialien wird ein falsches Bild von Sexualität, Beziehungen, Reaktionen, Verhaltensweisen und menschlicher Physiognomie vermittelt, das sich auf alle Lebensbereiche auswirkt.
Gewalt und Missbrauch
Pornografie schadet nicht nur den Konsumenten. Ihre Opfer sind auch diejenigen, die an der Herstellung solchen Materials beteiligt sind. Pornografie fördert den Menschenhandel – nicht nur mit Erwachsenen, sondern auch mit Kindern. Im Jahr 2020 musste das größte Pornoportal der Welt 9 Millionen seiner 14 Millionen Videos entfernen, weil sie Gewalt oder Kinderpornografie enthielten. Pornodarsteller und -darstellerinnen werden oft eingeschüchtert und gezwungen, Dinge zu tun, mit denen sie zuvor nicht einverstanden waren. Jersey Jaxin, ein ehemaliger Pornostar, schrieb: „Menschen greifen zu Drogen, weil sie nicht ertragen können, wie sie behandelt werden. 75 % der Pornodarsteller und -darstellerinnen sind drogenabhängig. Sie müssen sich betäuben. Du bist eine Nummer. Du hast Wunden, du hast blaue Flecken, du hast zerrissene Intimteile“. Zahlreiche Zeugnisse berichten von Personen, die unter Druck gesetzt, verbal und körperlich missbraucht oder sogar vor der Kamera brutal vergewaltigt wurden. Die Aufnahmen dieser Szenen gelangten sogar als legale Pornografie ins Internet…. Joshua Broome, der die größten Auszeichnungen der Pornobranche gewann, gestand: „Ich spielte in Tausenden von Filmen mit. Jeden Tag, an dem ich arbeitete, weinte ich, bis ich einschlief. Ich duschte, aber ich konnte den Schmerz nicht abwaschen“. Auch Shelley Lubben gelang der Ausstieg aus dem Pornogeschäft. Die Frau berichtete von ihren Erfahrungen: „Ich kenne keine einzige Frau in diesem Geschäft – und ich kenne Tausende –, die nicht lügt. Eine endlose Lügnerin. Wir sagen ununterbrochen: ‚Ich liebe es, ich liebe Sex, ich bin ein Pornostar.‘ So hat man uns trainiert. Aber in Wahrheit sitzen wir, wenn niemand hinsieht, mit einer großen Flasche Whiskey auf den Stufen vor der Haustür, betrinken uns bis zur Bewusstlosigkeit und schnupfen Amphetamine, schnupfen Kokain. Und wir weinen, bis uns der Schlaf übermannt. Und manchmal schreien wir zu Gott: „Wenn du mich nur da rausholst, schwöre ich, Gott, dass ich dir für den Rest meines Lebens dienen werde“ […]. Natürlich gibt es keinen Mangel an Amphetaminen, Kokain und Alkohol, um uns da durchzubringen. Ganz gleich, wie sehr die Pornodarstellerinnen einem weismachen wollen, dass sie es lieben. Das ist nicht wahr. Wir lieben das Geld, die Aufmerksamkeit und die Publicity, die damit einhergeht. „Ich bin ein Pornostar, beachtet mich. Respektiert mich…“. Jeden Tag leben wir in Angst. Vor HIV, Herpes, Entzündungen, Gonorrhöe…. Jeden Tag fängt sich einer von uns eine solche Krankheit ein. 66 % der Pornodarsteller sind Träger des Herpesvirus, 27 % sind Träger der Bakterien, die für Gebärmutterhalsentzündungen oder Gonorrhöe verantwortlich sind, und etwa 50 % sind Träger von HIV – und meiner Meinung nach sogar noch mehr. Jeden Tag steckt sich also jemand in der Sexindustrie mit einer sexuell übertragbaren Krankheit an. Und alle tun so, als sei das keine große Sache.“ Danielle Williams, die ebenfalls aus der Pornoindustrie ausgestiegen ist, legte ein ebenso eindringliches Zeugnis ab: „Ich habe nicht nur Ecstasy, sondern auch Kokain genommen; ich habe angefangen, Heroin, Methamphetamin und Crack zu nehmen. Ich nahm alles, was man sich vorstellen kann, um den Schmerz zu betäuben, den ich fühlte. Nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Schmerzen. Ich fühlte mich so ekelhaft und entwürdigt. Jeder im Pornogeschäft nimmt etwas zu sich. Niemand ist nüchtern. Ich fragte mich: Wenn Porno so toll ist, warum müssen wir uns dann vergiften, um es zu tun? […] Jeder war unglücklich.“. Viele ehemalige Pornodarsteller, denen der Ausstieg aus der Branche gelungen ist, versuchen, so viele Menschen wie möglich auf die Hölle aufmerksam zu machen, die Pornografie darstellt, die sowohl Konsumenten als auch Produzenten schadet. Die bereits erwähnte Shelley Lubben appelliert an die Pornokonsumenten, sich zu fragen, wenn sie das nächste Mal einen pornografischen Film sehen wollen: Wie heißt die Schauspielerin? Hat ihr Vater sie geliebt? Wo sind ihre Eltern? Ist sie drogenabhängig? Diese Fragen sollten ein zusätzlicher Anreiz sein, diese Art von Material nicht mehr zu konsumieren.
Flucht aus der Hölle
Sich von der Pornografie-Sucht zu lösen ist sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Zahlreiche Erfahrungsberichte zeigen, dass sie mit der richtigen Motivation, Beharrlichkeit und der Befolgung der Empfehlungen von Therapeuten möglich ist. Zunächst sollte der Süchtige mit jemandem, dem er vertraut, über seine Versklavung sprechen. Dies hilft, den Kreis aus Lügen und Isolation zu durchbrechen, Scham und Angst vor der Enthüllung zu überwinden. Das Leben in der Sucht wird dadurch weniger attraktiv. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Inanspruchnahme einer professionellen Therapie – insbesondere bei starker Abhängigkeit. Unterstützung durch Fachleute und Gruppen hilft bei den Schwierigkeiten des Kampfes gegen die Sucht, bei der Einhaltung der Disziplin und beim Überwinden der Therapie-Routine. Der dritte und äußerst wichtige Schritt besteht darin, das eigene Umfeld von Pornografie zu reinigen, d. h. sich von jeglichem pornografischen Material zu befreien und von dessen Quellen abzuschneiden. Zum Beispiel: Abonnements von pornografischen Kanälen kündigen, die E-Mail-Adresse ändern, einen Blocker auf dem Computer installieren, das Internet nur nutzen, wenn jemand anwesend ist und auf den Bildschirm schauen kann. Trotz dieser Maßnahmen besteht immer noch ein hohes Risiko, mit Pornografie in Kontakt zu kommen. Es ist unmöglich, alle Dinge zu entfernen, die das Verlangen nach Pornografie wecken könnten. Deshalb ist es wichtig, eine Strategie zu haben, um sich sofort von dieser Art von Material abzuwenden. Das ist die so genannte Drei-Sekunden-Regel. Wenn Sie etwas Unangemessenes sehen, sollten Sie sofort ausrufen: „Das ist Pornografie“. Dann reagiert der Körper nicht mehr mit Erregung, sondern schaltet den Verstand ein und beginnt, die Situation rational zu bewerten. Man muss sofort wegschauen und je nach den Umständen den Browser-Tab schließen, die Nachricht mit dem Link löschen usw. Zum Schluss ist es wichtig, den eigenen Erfolg zu erkennen und die eigene Anstrengung zu würdigen. Ein weiterer von Therapeuten empfohlener Schritt ist die Organisation eines „Rettungsteams“ von Personen, die jederzeit, unabhängig von der Tages- oder Nachtzeit, zur Hilfe gerufen werden können. Der nächste wichtige Schritt in der Therapie besteht darin, für die geistige und körperliche Gesundheit zu sorgen. Tägliche Bewegung, mindestens sieben Stunden Schlaf, richtige Ernährung, die Entwicklung von Techniken zur Stressbewältigung – all das hilft dabei, sich zu befreien und einen gesunden Lebensstil zu entwickeln. Eine letzte, aber ebenso wichtige Herausforderung besteht darin, den Prozess der Heilung der eigenen Sexualität einzuleiten. Für diejenigen, die nicht durch das Sakrament der Ehe gebunden sind, ist es notwendig, mit der Enthaltsamkeit zu beginnen und, im Falle von Ehepaaren, eine reine intime Beziehung aufzubauen.
Der spirituelle Kampf um die Freiheit
Der Konsum von Pornografie ist eine schwere Sünde, die den Menschen versklavt und seine Beziehung zu Gott zerstört. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5,27-28). Der Kampf um die Freiheit von der Sünde der Pornografie beginnt mit der Beichte. Nach jedem schweren Sündenfall ist es notwendig, ihn sofort im Sakrament der Versöhnung zu bekennen. Dann wäscht Gott das Übel der Pornografie ab und heilt das, was im Menschen verletzt wurde. Jesus ist am Kreuz für jeden Menschen gestorben und hat uns durch sein Leiden und seinen Tod von allen Sünden erlöst. Die heilige Faustina hat die Worte Christi an jeden von uns weitergegeben: „Auch wenn die Seele wie eine verwesende Leiche wäre und eine Belebung, menschlich gesehen, ausgeschlossen und alles schon verloren -so ist es anders bei Gott. Das Wunder der Barmherzigkeit Gottes belebt die Seele vollends“ (Tagebuch 1448). Deshalb sollte sich eine pornografiesüchtige Person einer geistlichen Behandlung unterziehen, indem sie täglich die heilige Messe besucht, an den Sakramenten der Eucharistie und der Beichte teilnimmt, den im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtigen Herrn Jesus eine Stunde am Tag anbetet, den Rosenkranz und den Rosenkranz der göttlichen Barmherzigkeit betet und über die Heilige Schrift meditiert. Auf diese Weise kann Jesus das Gedächtnis, die Vorstellungskraft und das Herz von den pornografischen Inhalten reinigen, mit denen die Person „gefüttert“ worden ist. Durch beharrliches tägliches Gebet lädt ein Mensch, der mit der Sucht kämpft, den Herrgott in sein Inneres ein, damit er ihn mit seiner Gnade erfüllt und ihn vor dem Rückfall in alte Sünden bewahrt. Dies wird durch zahlreiche Zeugnisse von Menschen bestätigt, die sich der heilenden Behandlung Jesu unterzogen haben. Das tägliche Gebet und das Anvertrauen von sich selbst und seiner Schwäche an Gott ist der einzige Weg zu voller Freiheit und der Chance, die reine und schöne Liebe wiederzuerlangen.
Quellen:
sos.pytam.edu.pl; twojasprawa.org.pl;
Nastolatki wobec pornografii cyfrowej.
Trajektorie użytkowania. Raport z ba-dań ogólnopolskich, Warszawa 2022; Ucieczka z pułapki. 6 podstawowych kroków, opornografii.pl; Pandemia pornografii – film dokumentalny (The Porn Pandemic), youtube.com; Former Pornstar FINDS HOPE and a Second Chance | Josh Broome’s Story, youtube.com; Wyznania gwiazdy porno Shelley (Roxxy) Lubben, youtube.com;
Danielle Williams (EX-Porn Star)
Ministers at Savannah State,
youtube.com.





