Prof. Jérôme Lejeune, ein unerschütterlicher Pro-Lifer

„Ich wundere mich immer, dass im Zoo niemand die Tatsache infrage stellt, dass ein Elefant ein Elefantenbaby bekommt. Und an der Universität sind sich große Wissenschaftler nicht sicher, ob aus der Verbindung einer weiblichen Eizelle mit einer Samenzelle ein Mensch oder vielleicht etwas anderes wird“, soll ein gewisser französischer Wissenschaftler zu seiner Freundin Dr. Wanda Poltawska gesagt haben.

Die Rede ist von Professor Jérôme Lejeune, den Papst Franziskus am 21. Januar 2021 zum Ehrwürdigen Diener Gottes der Katholischen Kirche erklärt hat. Die Rede ist von einem Menschen hoher Kultur, einem wissenschaftlichen Genie, Genetiker und Arzt, einem liebevollen Ehemann und Vater von fünf Kindern. Schließlich ist die Rede von einem Menschen, der seine glänzende Karriere der Verteidigung der Schwächsten und der Abgelehnten gewidmet hat.

Der Wissenschaftler: Trisomie 21

Über eine solche Karriere sagt man, dass sie steil nach oben führt. Im Jahr 1958, mit 32 Jahren, entdeckte Lejeune während der Chromosomenuntersuchung eines Kindes mit Down-Syndrom, gemeinsam mit Raymond Turpin und Marta Gautier, beim 21. Chromosomenpaar die Existenz eines überzähligen Chromosoms (charakteristisch für den Menschen ist die Zahl von 23 Chromosomenpaaren, also von 46 Chromosomen; bei kranken Kindern findet man also 47). Mit dieser Entdeckung bewies er, dass es einen Zusammenhang zwischen jener geistigen Behinderung und einer Unregelmäßigkeit bei den Chromosomen gibt. Dies war ein großes Ereignis von Weltrang. Am 24. Juni 1960 erstellte Lejeune seine Doktorarbeit zum Thema des „Mongolismus“ und vier Jahre später wurde er zum Professor für Fundamentalgenetik an der Medizinischen Fakultät in Paris ernannt. Es begann eine Zeit, in der er um die ganze Welt reiste, um wissenschaftliche Konferenzen zum Thema Trisomie abzuhalten, und, aufgrund seiner früheren Leistungen, auch Vorträge als Experte in Fragen der Folgen von Atomstrahlung hielt. Lejeune wurde Direktor des Nationalen Zentrums für Wissenschaftliche Forschung in Paris, und bald darauf Experte der UNO und der WHO. Häufig dozierte er in den Vereinigten Staaten, wo er von bekannten Hochschulen und angesehenen Persönlichkeiten mit prestigeträchtigen Preisen und Titeln geehrt wurde. All dies endete jedoch in dem Moment, als er sich durch die französischen Politik gezwungen sah, aus seinem Labor und seiner Praxis auszusteigen und öffentlich zu einem Verteidiger der Schwächsten zu werden.

Arzt aus Leidenschaft

Der Forscher Lejeune hörte niemals auf, Arzt zu sein. Wenn er an der Erforschung der Ursachen für den sog. Mongolismus arbeitete, den er nach seiner Entdeckung in „Trisomie 21“ umbenannte, dann dazu, um seinen Patienten zu helfen. Er glaubte daran, dass seine Untersuchungen ihn zu einer wirksamen Therapie führen würden, durch die „die Kranken ihre geistigen Fähigkeiten erlangen könnten, die sie schließlich besitzen“ – so schrieb er in seiner Dissertation – „und die sie gegenwärtig zu aktivieren nicht in der Lage sind.“ Zunächst konnte er ihnen einzig ihre Würde zurückgeben, indem er bewies, dass diese Krankheit ein gewöhnlicher „genetischer Unfall“ war und nicht das Ergebnis einer Syphilis, deren die Eltern eines solchen Kindes zu jener Zeit bezichtigt worden waren. Dies hatte eine große psychologische Bedeutung für die Familien, deren Kinder von Trisomie betroffen waren. Aber Lejeune wollte noch mehr.
Er fand, dass die Wissenschaft nicht im Bereich der Theorie und Abstraktion bleiben darf, sondern ganz konkret dem Menschen dienen muss. „Die Fundamentalgenetik sollte keinen narzisstischen Charakter haben […]. Sie sollte ein eifriges und leidenschaftliches Suchen nach wirklichem Wissen sein, das es schließlich erlauben wird, etwas für jene zu tun, die leiden.“ So begriff Lejeune seine Berufung als Wissenschaftler sowie Arzt und so wandte er sich seinen Patienten mit großer Fürsorge zu. Er kannte alle seine Schützlinge mit Namen, obwohl es einige Tausend waren. Wie kein anderer konnte er mit den Familien der Kinder reden, bei denen die Krankheit diagnostiziert wurde, indem er sie beruhigte und ihnen ihre neue Wirklichkeit erklärte. Wie kein anderer konnte er vom Menschen sprechen, wobei er dessen Existenz mit der Symphonie des Lebens verglich, mit einem Konzert, das „vom Sonnenaufgang des Embryonalstadiums bis zum Sonnenuntergang am Ende des Lebens“ andauert. Er hatte einen tiefen Glauben daran, dass es die Wissenschaft ermöglichen würde, dass es in diesem Konzert zu keiner Disharmonie kam.

Der kämpfende Arzt

Unterdessen ging in der Nationalversammlung in Frankreich 1970 die Gesetzesvorlage Peyret ein: ein Projekt zur Liberalisierung der Abtreibung, in dem vorgeschlagen wurde, Schwangerschaftsabbrüche bei der Diagnose einer unheilbaren Krankheit des Kind zu ermöglichen (bis dahin waren diese nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter gefährdet war). Professor Lejeune erkannte mit Entsetzen, dass seine wissenschaftlichen Errungenschaften gegen seinen Willen zur Beseitigung jener Menschen verwendet werden würden, denen sie eigentlich helfen sollten…
Im Land entbrannte eine heftige Diskussion. Einen Tag nach der Ausstrahlung eines Fernsehprogramms, das sich mit dem Peyret-Projekt beschäftigte, kam ein 10-jähriger Junge mit Trisomie zur Untersuchung in die Praxis des Professors, legte ihm die Arme um den Hals und weinte: „Die wollen uns umbringen. Du musst uns verteidigen, wir sind zu schwach, wir können das nicht selbst tun.“ Von da an setzte sich Lejeune noch energischer für den Schutz der „ungeliebten Kinder“ ein. Im Kontext sich verändernder Weltanschauungen beharrte er darauf, dass sich die Medizin keineswegs geändert hatte, und dass ihre Aufgabe nach wie vor darin bestand, vor allem keinen Schaden anzurichten, und alles nur Mögliche zu tun, um dem Kranken zu helfen, in diesem Fall dem ungeborenen Kind.

Nach dem Mai 68´ „kochte“ Frankreich immer noch. Das Bestreben, die bisherigen Grenzen der Moral und der Sittlichkeit zu verschieben, brodelte in jeder Debatte. Lejeune wurde in jener Zeit in verschiedene Sendungen und zu Diskussionen eingeladen. Als er mit der Frage nach der täglichen Qual von Eltern mit einem behinderten Kind konfrontiert wurde, antwortete er: „Ein Mensch, der Eltern darüber informiert, dass ihr Kind schwer krank ist, und der beim Gedanken an ihren Schmerz im Herzen nicht tief berührt ist, wäre unwürdig, unseren Beruf auszuüben. Aber man kann niemanden vor einem Unglück bewahren, indem man ein Verbrechen begeht. Und die Tötung eines Kindes ist doch Mord. Man verschafft nicht dem einen Menschen Erleichterung im Leiden, indem man einen anderen tötet. Wenn die Medizin dieses Prinzip aufgibt, wird sie keine Medizin mehr sein.“

Im Jahre 1971 veröffentlichte eine vielgelesene französische Zeitung das Manifest 343, welches von ebenso vielen prominenten Frauen unterschrieben worden war, die sich offen dazu bekannten, ihre Kinder abgetrieben zu haben. Zwei Jahre später unterschrieben 330 Ärzte ein ebensolches Manifest, das die Abtreibung befürwortete. Dies war Bestandteil einer breit angelegten Kampagne, die zu einer völligen Liberalisierung der Abtreibung führen sollte. Lejeune verfasste daraufhin eine Erklärung französischer Ärzte, die feststellte, dass ein absichtlich herbeigeführter Schwangerschaftsabbruch aus eugenischen Gründen oder um einen moralischen, ökonomischen oder gesellschaftlichen Konflikt zu lösen, keine ärztliche Handlungsweise ist. 18 000 (!) französische Ärzte unterschrieben diese Erklärung.

Zur Verteidigung des Däumlings

Auf die wiederkehrende Kampfparole der Frauen von ihrem „Recht auf den eigenen Körper“ antwortete der Professor, dass der Fötus ein eigener Körper ist, und den Beweis dafür stellt die Tatsache dar, dass eine Gebärende alles Nötige tut, um das Kind aus sich herauszubringen – und sie würde doch nicht einen Teil ihres eigenen Körpers loswerden wollen. Wenn er die Wendung vom „Schwangerschaftsabbruch auf Verlangen“ hörte, erklärte Lejeune die französische Abkürzung IVG (interruption volontaire de grossesse) als „Abbruch störenden Lebens“ (interruption de la vie gênante). Weiterhin versuchte er beharrlich, seine Faszination an diesem Leben, selbst des ungewollten und störenden, mit anderen zu teilen. „Am Anfang steht die Übertragung [die genetische Information – Anm. d. Red.], diese Übertragung gründet sich im Leben und diese Übertragung ist Leben“, so begann der Professor seine Geschichte vom Wunder der Zeugung. „Jeden Tag entdeckt die Wissenschaft ein paar neue Wunder des verborgenen Lebens, die Welt, der vom Leben übersprudelnden winzigen Menschen, die noch mitreißender ist als die Märchen unserer Kindermädchen. Denn gerade auf der Grundlage wahrer Geschichten wurden die Märchen erfunden; und wenn die Abenteuer des Däumlings uns in unserer Kindheit stets begeisterten, dann deswegen, weil alle Kinder, alle Erwachsenen, die wir nun sind, irgendwann eben solche Däumlinge im Schoß ihrer Mütter waren.“

Als die Diskussion um die Tötung der Kinder im Grunde darauf hinauslief, zu welchem Zeitpunkt der Mensch als Mensch gelten sollte, antwortete Lejeune mit Festigkeit: „Für mich ist die Antwort sehr einfach […]. Der Mensch nimmt seinen Anfang im Augenblick der Zeugung. Dies ist keine Erklärung moralischer oder sentimentaler Natur – dies ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. In dem Augenblick, in dem ein menschliches Wesen gezeugt wird, haben wir es mit einem Menschen zu tun – das ist kein Fisch oder irgendeine Geschwulst, noch eine Amöbe. Es ist ein Mensch. Jene, die behaupten, Abtreibung sei kein Verbrechen, erteilen die Lizenz zum Töten.“ Ein anderes Mal fügte er hinzu: „Wenn der Mensch nicht im Augenblick der Befruchtung seinen Anfang nimmt, dann hat er überhaupt keinen Anfang, denn von woher sollte ihm eine neue Information zukommen?“

Das entschiedene „Nein“ Lejeunes zur Legalisierung der Abtreibung erregte große Bestürzung unter den Wissenschaftlern. Man hätte meinen können, dass ein Mensch, der jeden Tag mit kranken Kindern zu tun hat und obendrein noch entdeckt hat, dass man diese Krankheit bereits in der Schwangerschaft vorhersehen kann, für die Auslöschung solch eines Lebens wäre. Stattdessen rief er: „Nein, man darf keine neue Moral schaffen. Ärzte sind dazu nicht prädestinierter als irgendjemand anderes. Die Moral ist sehr einfach und sagt uns vor allem: »Töte nicht deinen Nächsten!« Das ist ein Prinzip, über das man nicht diskutiert! Und später versucht jeder, alles Mögliche zu tun, um dem Unglücklichen zu helfen.“ Auf Grundlage dieses Prinzips gründete der Professor zusammen mit Geneviève Poullot die Gesellschaft „Frauen und Kinder zuerst – Hilfe für werdende Mütter“, die Müttern in Not psychologische und materielle Hilfe anbietet. So ist später auch das „Haus des Däumlings“ entstanden – ein Zentrum für Soforthilfe, das einsamen Müttern und ihren zukünftigen oder neugeborenen Kindern ein Dach über dem Kopf gibt.

Der Kampf um die Wahrheit

Professor Lejeune erkannte genau, worauf die wissenschaftliche Tarnung in der Abtreibungsdebatte hinauslief: „Wenn man uns nahelegt, Kinder aufgrund einer bestimmten Krankheit abzutreiben, dann legt man uns buchstäblich nahe, sie zu töten. Und warum? Weil man sie [noch – Anm. d. Red.] nicht heilen kann. […] Diese ganze Dialektik, die behauptet, sie würde das Lebensrecht an den Möglichkeiten einer Heilung messen, läuft also darauf hinaus, dass man nahelegt, gegen eine Krankheit zu kämpfen, indem man die Kranken beseitigt, die Plage durch die Beseitigung ihrer Opfer niederschlägt“ Er fuhr fort: „Machen wir uns nichts vor. Dies ist bereits passiert. Als Pasteur ein Kind war, hat man in Paris noch die an Tollwut Erkrankten zwischen zwei Matratzen erstickt. Und die Geschichte lehrt uns, dass nicht diejenigen die Menschheit von der Pest oder der Tollwut befreiten, die vorschlugen, Kranke zu ersticken oder Pestinfizierte in ihren Häusern zu verbrennen. Warum? Weil die Wissenschaft sich nicht auf ein Missverständnis stützen kann. Man kann nicht auf einer falschen Hypothese aufbauen, ein Theoretiker kann niemals eine Behauptung aufstellen, die der Natur widerspricht – Tatsachen sind stur. Deswegen ist auch jenes Missverständnis, das feststellt: »Der Fötus ist kein Mensch« genauso ein Fehler und führt in die gleiche Sackgasse.“

Lejeune wusste genau, dass der Versuch, Kranke noch in der Lebensphase als Fötus zu beseitigen, einfach „chromosomaler Rassismus“ ist, und dass Abtreibung ein Element eines noch größeren Kampfes ist, der sich auf eine noch viel breitere Ebene überträgt: „Die Gegner des Lebens wissen, dass sie, wenn sie die christliche Zivilisation zerstören wollen, zuerst die Familie an ihrem schwächsten Punkt zerstören müssen, und das ist das Kind. Und unter den Schwächsten müssen sie die am wenigsten geschützten auswählen: Kinder, die noch nicht gesehen wurden; die noch niemand kennengelernt und noch niemand im üblichen Sinne dieses Wortes liebgewonnen hat; die noch nicht das Tageslicht erblickt und die noch nicht einmal vor Entsetzen weinen können…“
Weil er ein außergewöhnliches Gespür für die Würde des Menschen hatte, bedachte der Professor auch andere Aspekte, die den Menschen bedrängen: Euthanasie, In-vitro-Zeugung usw., wobei er warnte: „Jeden Tag vermehren die Forschungen unserer Vorgänger unsere Fähigkeit, die Natur unter Verwendung ihrer eigenen Gesetze zu verändern. Dieses Wissen jedoch auf kluge Weise zu nutzen ist etwas, was jede Generation selbstständig lernen muss. Heute sind wir mit Sicherheit mächtiger als jemals zuvor in der Geschichte, aber wir sind nicht klüger. Die Technologie kumuliert, aber die Weisheit nicht.“

Unerschütterlich

Die außerordentlich zutreffenden Reflexionen von Prof. Lejeune zu bioethischen Themen entblößten die Verlogenheit der modernen Zivilisation. Gleichzeitig zeigten sie den Glauben des Genetikers an die Möglichkeiten des Menschen, wenn er nur vollkommen von seiner Menschlichkeit Gebrauch machen würde. Dem Professor wurde vorgeworfen, er würde sich in seinen Ansichten von religiösen Beweggründen leiten lassen. Er aber konnte sich, auf für alle verständliche, auf gesundem Menschenverstand basierende und gleichzeitig auf wissenschaftliche Erkenntnisse gestützte, Argumente berufen: „Eine Gesellschaft, die ihre Kinder tötet, hat ihre Seele und ihre Hoffnung verloren. Die größte Lektion, die uns die Biologie erteilt, ist eben der Beginn des menschlichen Lebens, das uns in Demut versetzt. Das Kind , geborgen im Schoß seiner Mutter, das das unermüdliche Pulsieren der Aorta hört und durch das schnelle Schlagen seines Herzens erhalten wird. Schon dies zeigt uns die unermüdliche Hoffnung. Dieses, dein Herz, das am einundzwanzigsten Tag deines Lebens zu schlagen begonnen hat, solltest du fragen, wie das Prinzip deines Verhaltens ist. Täglich muss man die unmögliche Synthese zwischen wahren Werten und der harten Realität vollbringen.“

Jérôme Lejeune erwies sich als starker Gegner. Man versuchte also, ihn zum Schweigen zu bringen. Neben den Flaschen und Stühlen, die während seiner öffentlichen Auftritte in seine Richtung geschleudert wurden, schloss man ihn aus den medizinischen Kreisen aus. Der Professor wurde mit Schweigen übergangen und nicht mehr zu internationalen genetischen Kongressen eingeladen. Der Gelehrte wurde zum Ziel politischer Attacken und Beschuldigungen. Im Jahr 1982 entzog man ihm die staatliche Unterstützung für seine wissenschaftlichen Forschungen, was dazu führte, dass er seine Arbeitsräume, sein Geld und seine Mitarbeiter verlor. Man sagt auch, dass dem Professor die Möglichkeit entzogen wurde, den Nobelpreis zu erhalten. Doch dies konnte ihn nicht aufhalten.
Lejeune bereute nicht nur keineswegs, dass er seine Stimme für die Wehrlosen erhoben hatte, sondern er hörte auch nicht auf, weiter zu wirken. Er beschaffte Geldmittel für weitere Forschungen und setzte seine Arbeit fort. Da er nämlich sah, dass eine Verständigung in der Abtreibungssache unmöglich war, suchte er mit Entschlossenheit nach Möglichkeiten, wie er die Kinder retten könnte, insbesondere die kranken. „Ich sehe nur noch eine Möglichkeit, wie wir sie retten können. Wir müssen sie heilen. Diese Aufgabe ist gewaltig – aber die Hoffnung ebenfalls.“

Dieses Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften inspirierte mit seinem Eifer den hl. Johannes Paul II. zur Gründung der Päpstlichen Akademie für das Leben. Er sah sie als einen Ort, den Lebensschützern Unterstützung geben zu können. Doch er konnte sich nicht allzu lange daran erfreuen… Jérôme Lejeune starb am 3. April 1994, kurz nachdem er zum ersten Vorsitzenden dieser Institution berufen worden war, und zur großen Trauer des Papstes, der sehr auf die Unterstützung des Professors gezählt hatte.

Sein Kampf für den Schutz der Ungeborenen, seine Sorge um die Kranken und die Fortführung seiner wissenschaftlichen Forschung wird von der Jérôme-Lejeune-Stiftung fortgesetzt, die von der Familie des Professors ins Leben gerufen wurde.

Quelle: P. Zuchniewicz, Jérôme 
Lejeune, Pasja życia [dt.: Die Leidenschaft des Lebens], Ząbki 2007;
J. Lejeune, Au commencement la vie. Conférences inédites (1968-1992), Paris 2014;
A. Dugast, Jérôme Lejeune. La liberté du savant, Paris 2019; www.kofc.org